Feature: Impactics K.I.S.S.S.: AMD Kabini passiv gekühlt

Die deutsche Firma Impactics ist auf passive Kühllösungen spezialisiert und bietet unter dem Slogan "Keep It Simple, Silent and Smart" (kurz K.I.S.S.S.) durchdachte Komponenten für den Aufbau eines lüfterlosen Systems an. In das Portfolio reiht sich unter anderem das kompakte Gehäuse C3LH-B ein, welches nicht nur die Basis eines lautlosen PCs darstellt, sondern aufgrund der zur Verfügung stehenden Cool-Sets zu vielen Mini-ITX-Mainboards kompatibel ist. Selbst AMDs Sockel AM1 wird unterstützt und damit auch die recht neuen Kabini-APUs. Daher ziehen wir in diesem Artikel unser bereits bekanntes HTPC-System mit Athlon 5350 in das lüfterlose Case um, zeigen den Einbau im Detail und stellen die nötigen Komponenten natürlich vor.


AMDs Kabini-APUs dienen als perfekte Grundlage für Office- oder Multimedia-Systeme und liefern gemessen an der Verlustleistung von nur 25 Watt mehr als genügend Power. Selbst Casual-Games laufen auf einem System mit Athlon 5350 flüssig, wie unser Artikel zum "Eigenbau eines HTPCs" aufzeigt. Ebenso wird aus diesem Praxis-Test deutlich, dass sehr kompakte Systeme Kompromisse erfordern, denn der recht hohe Boxed-Kühler der Kabini-APUs verhindert beispielsweise im Chieftec IX-03B die Nutzung des dazugehörigen Stock-Lüfters, sofern ein ODD verbaut wird. Den Fan mussten wir daher gegen ein nur halb so hohes Modell von Noiseblocker tauschen, was logischerweise aufgrund der schmaleren Bauweise in einer höheren Drehzahl und somit Geräuschkulisse resultierte. Eine andere Kühllösung steht weiterhin aus, da noch kein bekannter Kühler-Hersteller eine passende Alternative liefern kann. Bisher zeigte nur Noctua auf der diesjährigen Computex einen ersten Prototyp, der Anfang 2015 in den Handel kommen soll. 

Wer sein AM1-System dennoch in ein kompaktes Gehäuse verbauen möchte, ohne, dass die Geräuschkulisse merklich zunimmt, kommt an einer passiven Lösung nicht vorbei. Selbige wird unter anderem von Impactics angeboten. Der Hersteller führt nicht nur das entsprechende Case in Form des C3LH-B im Portfolio, sondern bietet dazu auch nützliches Zubehör und ein spezielles Tisch-Netzteil mit DC-DC-Wandlerplatine an, welches für den passiven Betrieb ausgelegt ist. Kernstück zum Abführen der Hitze eines Prozessors und - falls vorhanden - eines Chipsatzes bildet ein individuell angepasstes Cool-Set, das sich aus einem Kühlblock mit entsprechender Montage-Vorrichtung für die jeweiligen Sockel und speziellen Heatpipes zusammensetzt.

Um die genannten Produkte vorzustellen und in der Praxis zu zeigen, haben wir unser AM1-System auf Basis des Asus AM1I-A in das Impactics-Case umgezogen und den Athlon 5350 auf die lüfterlose Kühlung umgebaut. 

Über Impactics

Gegründet wurde das Unternehmen Impactics im Jahr 2009 und ist auf passive PC-Kühllösungen sowie Sonderanfertigungen für den IT-Bereich spezialisiert. Die Firma entwickelt, designt und produziert die eigenen Produkte in Deutschland. Nur in Ausnahmefällen wird auf streng kontrollierte Importe aus Asien zurückgegriffen. Dies betrifft Produkte wie Netzteile, für die es in Europa keine Produzenten gibt. Auch die C3L-Serie kommt aus Fernost, um Endkunden selbige zu einem attraktiven Preis anbieten zu können. Alle anderen Gehäuse werden ausnahmslos in Deutschland gefertigt.

Impactics sitzt mitsamt einer eigenen, modernen Metall- und Blechbearbeitung im Industriegebiet von Rellingen nahe Hamburg. Durch den gewählten Standort kann auf ein großes Netzwerk von Partnern zurückgegriffen werden, sodass sich die Produktion von besonderen Teilen oder Produktionsschritten auslagern lässt, ohne das hohe Qualitätsniveau einschränken zu müssen. Als Beispiel wäre die Oberflächenveredelung (Eloxal, Lackierung) zu nennen.

Die Erzeugnisse des Unternehmens sind verstärkt im medizinischen und industriellen Sektor zu finden, was bedeutet, dass eben diese Einsatzgebiete eine hohe Qualität sowie Zuverlässigkeit voraussetzen. Das daraus gewonnene Know-How und die Erfahrung bringt Impactics in die entsprechenden Produkte für das Desktop-Segment beziehungsweise End-User ein.

Neben diversen Intel-NUC-Gehäusen sind im Portfolio des Herstellers einfach gehaltene Baukasten-Lösungen für kompakte Mini-ITX-Systeme ohne störende Lüfter zu finden. Das populärste Case aus der Produktpalette stellt das C3LH-B dar, welches sich mit einer Vielzahl von angepassten Cool-Sets ausstatten lässt.

Die Komponenten im Detail

Gehäuse: C3LH-B

Die Basis der passiven Kühllösung von Impactics bildet in unserem Fall das Gehäuse C3LH-B. Selbiges ist durch die Abmessungen von 260 (W) x 240 (D) x 88 (H) Millimetern sehr kompakt gehalten und bietet ein Volumen von 4,9 Litern. Das Gehäuse setzt sich aus einem stabilen Stahlkorpus zusammen, an dem sich zwei massive Alu-Seitenteile befinden, die für die Hitzeabfuhr zuständig sind. Laut Hersteller kann die C3L-Serie eine TDP von bis zu 50 Watt bei einer Umgebungstemperatur von 30 Grad Celsius bewältigen.

Damit sich das C3LH-B homogen in die heimische Hifi-Landschaft einreiht, ist auch die Front aus einem Stück Aluminium gefertigt. Ab Werk befindet sich eine Öffnung für ein 5,25-Zoll-ODD im Slim-Line-Format auf der Vorderseite des Gehäuses. Impactics bietet allerdings eine optional erhältliche Front ohne Laufwerks-Slot an. Am Heck zeigen sich die Öffnung für die I/O-Blende des Mainboards, einen etwaigen COM-Port und den Anschluss des Netzteilsteckers.

Im Inneren kann das C3LH-B mit Platz für ein Mini-ITX-Mainboard, einen 2,5-Zoll-Datenträger und dem eben erwähnten Slim-Line-Laufwerk sowie der Wandlerplatine für das Netzteil aufwarten. ODD und HDD oder SSD müssen auf einem modularen Zwischenboden montiert werden. Um die Profile und Heatipes zur Kühlung fest mit den Seiten zu verbinden sind entsprechende Halte-Bleche vorinstalliert. Für deren Befestigung setzt der Hersteller auf einen besonderen Schraubentyp mit geriffeltem Schlitzkopf. Letzterer verhindert gegenüber einer Kreuz-Schlitz-Variante ein zu hohes Drehmoment und dadurch das Abdrehen der Schraube.

Im Lieferumfang des Impactics C3LH-B sind diverse Schrauben und Abstandshalter, die Montageschienen für eine Festplatte samt Entkopplern und vier Alu-Profile zu finden.

Impactics bietet einen zusätzlichen Kühler für die 2,5-Zoll-Festplatte in Form einer Aluminium-Abdeckung an. das Produkt muss jedoch extra erworben werden.

Wer das C3LH-B als Gehäuse beispielsweise für einen Home-Server nutzen will, kann einen optional erhältlichen Träger verbauen, der bis zu vier Festplatten im 2,5-Zoll-Format aufnimmt. Der Zwischenboden ist zwar bisher noch nicht erhältlich, soll aber bald auf den Markt kommen. Eine Glasfasermatte wird dem Träger beiliegen, die laut Impactics für niedrigere Temperaturen der HDDs sorgen soll. Entkopplungsgummies sowie das passende Schraubenset liegen ebenfalls bei. Um die Temperaturen der Festplatten weiter senken, lassen sich zusätzlich erhältliche Alu-Winkel auf der Oberseite der Datenträger installieren.

Cool-Set: AS-6 (für Asus und Asrock)

Obwohl Impactics zahlreiche Cool-Sets für Mini-ITX-Mainboards von Asus, Asrock, MSI, Gigabyte, Foxconn, Fujitsu, Jetway, Intel und Zotac vorweisen kann, eignet sich für den Sockel AM1 nur die Version AS-6. Letztere ist nur für folgende Mainboards passend:

  • Asus AM1I-A
  • Asrock AM1B-ITX
  • Asrock AM1H-ITX

Damit deckt das Unternehmen die drei der vier derzeit erhältlichen AM1-Platinen im Mini-ITX-Format ab. Im Falle des Asus AM1I-A muss allerdings eine Heatpipe speziell gebogen werden, um nicht mit dem MOSFET-Kühler zu kollidieren.

Das AS-6-Cool-Set setzt sich aus jeweils drei Alu-Profilen und Heatpipes, dem Kühlblock sowie dem Montagematerial zusammen. Auch passendes Werkzeug legt der Hersteller bei.

Netzteil: PSU 84-130

Passend für die eigenen Gehäuse, bietet Impactics eine entsprechende Netzteil-Kombi an, die sich aus einem externen Tisch-Adapter und einer DC-DC-Wandlerplatine zusammensetzt. Beide Komponenten stammen aus dem Hause FSP und sind so dimensioniert, dass trotz passivem Betrieb eine hohe Lebensdauer erreicht wird. Die Wandlerplatine kann eine Leistung von 130 Watt liefern, wird vom externen Adapter allerdings mit nur 84 Watt angesprochen. Zudem sind auf dem PCB durchweg hochwertige Kondensatoren verbaut, was ebenso eine hohe Zuverlässigkeit beim lüfterlosen Betrieb gewährleisten soll. Die Betriebsdauer wird mit mindestens 50.000 Stunden angegeben. An Anschlüssen stellt die Wandlerplatine jeweils einen 20+4-Pin-ATX-, 4-Pin-CPU-, SATA- , Molex- und FDD-Stecker bereit, wodurch im Prinzip alle notwendigen Geräte mit Strom versorgt werden können. Sollen mehrere Festplatten zum Einsatz kommen, lässt sich ein Y-Adapter einsetzen.

Über eine Mutter wird die Buchse für den externen AC-DC-Adapter mit dem Gehäuse verschraubt, was einen ordentlichen Halt gewährleistet. Die Fixierung des externen Netzteils an der Anschlussbuchse erfolgt ebenfalls über ein Gewinde.

Impactics liefert kein Kaltgerätekabel mit. Selbiges muss zusätzlich erworben werden, kann aber von einem alten Netzteil oder für recht wenig Geld beispielsweise bei Amazon erworben werden. 

Zubehör: Heatpipe-Biegewerkzeug

In einigen Fällen müssen die Heatpipes der Cool-Sets gebogen werden: Wir liefern mit dem Asus AM1I-A ein Beispiel, denn bei diesem Mainboard liegt der MOSFET-Kühler störend zwischen dem CPU-Block und der Seitenwand des Case. Demzufolge ist die entsprechende Wärmeleitröhre anzupassen. Dies kann aufgrund der einfachen Biegbarkeit entweder per Hand oder mit einem speziellen Werkzeug geschehen, welches Impactics im Sortiment führt. Mit dem Tool dellt die Heatpipe weniger ein und lässt sich ästhetischer formen. Ob solch ein Vorteil allerdings 15 Euro wert ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. 

Wärmeleitpaste: Prolimatech PK-3

Impactics liefert bisher keine Wärmeleitpaste zu den eigenen Cool-Sets oder dem C3LH-B mit, deswegen müssen potenzielle Käufer dieses passiven Systems auf ein Produkt eines Drittanbieters zurückgreifen. Wir haben uns für eine 30-Gramm-Spritze von Prolimatechs PK-3 aufgrund mehrmaliger Installationen entschieden. In der Praxis reicht eine gewöhnliche Menge von rund fünf Gramm aus, um die Übergänge mit ausreichend Wärmeleitpaste zu versehen.

Zusammenbau

Der Zusammenbau des Systems beginnt wie so oft mit dem Einsetzen der CPU respektive APU in den Sockel. Wie dies geschehen soll, hängt vom jeweiligen Modell ab und ist im mitgelieferten Handbuch des Mainboards hinterlegt. Nach erfolgreicher Installation des Prozessors muss selbiger mit einem dünnen und gleichmäßigen Film Wärmeleitpaste bestrichen werden.

Anschließend erfolgt der Anbau des Montagekits für den CPU-Block. Im Falle des Sockel AM1 handelt es sich um zwei Abstandshalter aus Kunststoff, die rückseitig über zwei Inbus-Schrauben zu fixieren sind. Dazwischen gehören zur Isolation die beiden mitgelieferten Polymer-Unterlegscheiben gelegt.

Bei der Verschraubung sollte darauf geachtet werden, nicht zu viel Kraft aufzuwenden, sonst könnten die Hauptplatine und das Montagekit unter Umständen Schaden nehmen.

Bevor der CPU-Block auf dem Prozessor Platz finden kann, sind vorab noch die beiden Halte-Bleche anzuschrauben. Selbige werden jeweils mittels einer Inbus-Schraube mittig am Kühler befestigt. Auch hier gilt wieder, dass ein handfestes Anziehen völlig ausreicht. 

Im Anschluss daran ist der Kühl-Block auf den Prozessor zu setzen und durch die beiden großflächigen Rändelmuttern zu fixieren. Da die entsprechenden Gewinde auf den Abstandshaltern aus Kunststoff bestehen, sollte nur eine geringe Kraft angewandt werden. Dennoch konnten wir die Muttern so fest anziehen, dass ein ordentlicher Anpressdruck auf den CPU-Heatspreader herrscht.

Bevor sich das vorbereitete Mainboard in das C3LH-B verbauen lässt, muss das Gehäuse mit der I/O-Blende und den entsprechenden Abstandshaltern ausgestattet werden. Letztere sind für die Hauptplatine und den DC-DC-Wandler anzubringen. Die genaue Anordnung kann unseren Bildern entnommen werden. 

Sind die Abstandshalter positioniert, erfolgt der Mainboard-Einbau. Aufgrund der recht großzügigen Platzverhältnisse fällt die Installation der Hauptplatine wirklich einfach. Das abschließende Verschrauben beendet diesen Montage-Schritt. 

Bevor das Netzteil in das Gehäuse geschraubt wird, sind die mitgelieferten Heatpipes zu montieren, um den Kühler mit den Seitenteilen des Gehäuses zu verbinden. Im Falle des Asus AM1I-A muss allerdings eine der drei Wärmeleitröhren gebogen werden, damit selbige nicht mit dem MOSFET-Kühler kollidiert. Die Form der Heatpipe lässt sich mit der Hand oder mit einem speziellen Werkzeug anpassen. Wichtig ist, dass dieser Vorgang vorsichtig abläuft, um ein Knicken zu vermeiden.

Im Anschluss kann bereits eines der beiliegenden Alu-Profile an der breiten Rückseite sowie in der Einkerbung mit Wärmeleitpaste versehen und in der vorher grob ermittelten Position am Seitenteil angeheftet werden. Der auf der CPU befindliche Kühler bekommt nun ebenfalls etwas Wärmeleitmittel in Bereich der Heatpipe-Auflage verpasst. Die im vorherigen Schritt vorgeformte Wärmeleitröhre kann nun in beide Elemente eingelegt werden. Als nächstes erfolgt die Fixierung des Alu-Profils durch das Halteblech.

Der beschrieben Ablauf ist auf der gegenüberliegenden Seite mit den beiden anderen Heatpipes zu wiederholen. Hierbei muss darauf geachtet werden, dass die Wärmeleitröhren den zweiten SATA-Port nicht blockieren. Durch Biegen lässt sich die Position der Heatpipes leicht verändern.

Sind alle Heatpipes platziert, ist der Deckel auf den Kühler zu setzen und mit den entsprechenden Schrauben über Kreuz anzuziehen.

Nachdem die Kühlung installiert ist, sollten RAM und Netzteil folgen. Bevor die DC-DC-Wandlerplatine positioniert wird, empfiehlt es sich, die Anschlüsse des Gehäuses mit dem Mainboard zu verbinden. 

Die über ein zusätzliches Kabel nötige, dauerhafte Erdung des Netzteils sollte nicht am Mainboard, sondern direkt über eine freie Bohrung im Gehäuseboden erfolgen.

Bevor der Zwischenboden aufgesetzt werden kann, sind die Kabel des Netzteils und die SATA-Kabel an die jeweiligen Ports anzuklemmen.

Der Zwischenboden muss mittels vier Schrauben befestigt werden und lässt sich dann mit dem ODD und dem Datenträger versehen. Letzter ist zuvor auf  die beiden Halteschienen zu schrauben und bei Bedarf mit dem Zusatzkühler zu bestücken.

Zu guter Letzt erfolgt das Verkabeln und das Aufsetzen des Deckels. Damit ist das System fertig und kann mit einem OS sowie Software bespielt werden.

Optionaler Schritt:

Bevor der separat erhältliche Vierfach-HDD-Träger zum Einsatz kommen kann, muss die mitgelieferte Glasfasermatte zugeschnitten und an der Unterseite angeklebt werden. Dann sind die Entkopplungsgummies an den Aussparungen für die HDD-Schrauben zu stecken. Damit ist der Träger für die Installation der HDDs vorbereitet. Der finale Einbau erfolgt wie bei dem Standard-Träger des C3LH-B.

Kosten

Wie unter dem Punkt "Die Komponenten im Detail" aufgeführt, werden für den lüfterlosen Silent-Umbau des Systems das C3LH-B-Gehäuse und ein passendes Cool-Set nötig. Auch das Netzteil samt DC-DC-Wandlerplatine sollte von Impactics bezogen werden, sofern kein Anschluss am Mainboard beispielsweise wie beim Asrock AM1H-ITX vorhanden ist. Alle genannten Bestandteile sind für den passiven Betrieb ausgelegt, weswegen der reibungslose Betrieb nur damit vom Hersteller gewährleistet wird. Die folgende Tabelle zeigt, welche Kosten dafür einzukalkulieren sind:

ProduktAmazon-Preis*Caseking-Preis*
Impactics C3LH-Bca. 103 Euro ca. 100 Euro
Impactics Cool-Set AS-6ca. 57 Euroca. 55 Euro
Impactics PSU inkl. DC-DC-Platineca. 90 Euroca. 80 Euro

*Stand 10/2014

Wer ein absolutes Silent-System realisieren will, muss aktuell rund 240 Euro zusätzlich zum reinen System investieren. Hinzukommen noch eine Tube Wärmeleitpaste und ein Kaltgeräte-Kabel. Manch einer wird diese beiden Dinge noch zu Hause liegen haben. Doch der genannte Preis deckt nur die nötigsten Komponenten ab. Wer noch einen HDD-Kühler oder eine geänderte Front ohne ODD-Slot haben möchte, muss folgende Kosten einrechnen:

ProduktAmazon-Preis*Caseking-Preis*
Impactics 2,5-Zoll-HDD-Coolerca. 10 Euroca. 10 Euro
Impactics Frontblende ohne ODD-Slotca. 20 Euroca. 20 Euro
Impactics Heatpipe-Biegewerkzeugca. 15 Euroca. 15 Euro

*Stand 10/2014

Die optionalen Komponenten von Impactics werden nur in Ausnahmefällen nötig und fallen auch preislich nicht sonderlich ins Gewicht.

Insgesamt kostet unser passives System mit AMD Athlon 5350, Asus AM1I-A, Samsung SSD 840 EVO mit 120 Gigabyte, Samsung SN-506-Bluray-Brenner und acht Gigabyte DDR3-1600-RAM schlussendlich knapp 520 Euro. Dieser Preis hört sich in Anbetracht der gewählten Komponenten hoch an, relativiert sich allerdings durch die absolute Stille, was gerade beim Einsatz als Media- oder HTPC von großem Vorteil ist.

Alle Produkte von Impactics sind auch bei Caseking zu finden.

Praxis-Betrieb

Nachdem wir unser System mit Windows 8.1 und der nötigen Software ausgestattet hatten, folgte logischerweise ein ausführlicher Temperaturtest. Um den maximalen Wert feststellen zu können, lasteten wir die APU gleichzeitig mit Prime 95 und Furmark aus. Dadurch erzeugten der CPU- sowie GPU-Part die maximal mögliche Temperatur. Nach rund vier Stunden Auslastung lag der maximale Wert laut dem Ai-Suite-Monitor von Asus bei lediglich 59 Grad Celsius. Die MOSFETs des Mainboard wurden dem Tool nach nur 64 Grad warm. Beim Spielen konnten wir eine APU-Temperatur von 48 Grad Celsius auslesen. Damit zeigt sich, dass das C3LH-B samt dem CPU-Block und den Heatpipes über mehr als genügend Kühlkapazität verfügt, um die kleine APU selbst unter höchster - und damit ziemlich praxisferner - Auslastung souverän von der Abwärme zu befreien.

Zusammenfassung

Bei der Planung des Umbaus unseres AMD-Kabini-Systems auf die passive Kühlung, erschien der Aufwand aufgrund der zahlreichen Bauteile und nötigen Komponenten zunächst recht hoch, allerdings zeigt die Praxis, dass die durchdachte Lösung von Impactics wenig Know-How vom Nutzer verlangt. Auch sind die nötigen Installations-Schritte nahezu selbsterklärend. Nichtsdestotrotz sollte idealerweise etwas handwerkliches Geschick vorhanden sein, was den Umbau erleichtern dürfte. Der Zusammenbau des Systems selbst, nahm in unserem Fall nur wenige Minuten in Anspruch und dauert je nach Erfahrungsgrad lediglich rund 20 bis 60 Minuten. Außerdem muss für diese Lösung natürlich genügend Budget vorhanden sein, da die Kosten des gesamten Systems um mindestens 240 Euro steigen. Als Gegenleistung bekommt der potenzielle Käufer am Ende einen lautlosen, kühlen und kompakten PC im zeitlosen Design, der sich homogen in das Hifi-Umfeld eingliedern wird. Zusammen mit unserer gewählten Kabini-APU beziehungsweise der AM1-Plattform stimmt zudem auch die Leistung für den angedachten Einsatzbereich.

Insgesamt betrachtet liefert Impactics mit dem vorgestellten Package aus C3LH-B, Cool-Set und Netzteil eine hervorragende Lösung für die lüfterlose Kühlung sowie den Schutz respektive Aufbewahrung eines Mini-ITX-Systems ab. Damit wird der Hersteller seinem K.I.S.S.S.-Slogan vollends gerecht.

An dieser Stelle möchten wir Impactics und Caseking für die Bereitstellung der Produkte danken.

Alternative: Vorkonfigurierte Silent-HTPCs

Als langjähriger Partner des deutschen Spezialisten für lüfterlose Lösungen, bietet MIFcom im eigenen Shop passive Systeme auf Basis der Impactics-Produkte mit speziellen Zusatzfeatures und Anpassungen an. Eine lautlose Kabini-Konfiguration wird in Kürze als weitere Option beim Systemintegrator gelistet sein.

Kommentare

Das stimmt schon, aber mann darf den Preis von einem AM1 Board und des 5350 nicht vergessen. 75,--80,- !
Und der Boxed ist ja nun nicht "sehr" laut. Und wenn Anfang 2015 der Nocuta für AM1 kommen sollte wirds wieder anders.

geschrieben am 27.10.2014 um 18:59 Uhr

Der Boxed-Kühler ist wirklich sehr leise, aber eben nicht unhörbar. Allerdings hätte AMD den Block auch etwas flacher, aber breiter designen können, ohne Kühlleistung zu verlieren, denn richtig kompakte Systeme mit einer geringen Bauhöhe lassen sich damit nicht realisieren - sofern noch ein ODD dazukommen soll. Dann sind solche Lösungen wie von Impactics schon eine sehr schöne Alternative.

Unser System soll im Prinzip auch nur als ein Beispiel dienen. Ideal wäre natürlich eine APU mit stärkerer IGP, sodass auch aktuelle Games in akzeptablen Settings gespielt werden können. Damit würde man Preislich noch unter einer der beliebten Boxen von Zotac und Co rangieren und zudem keine Lautstärke erzeugen.

geschrieben am 27.10.2014 um 21:03 Uhr

Super Test zu einem insgesamt richtig tollem System!

Aber wie mickey schon sagte, für ein AM1-System ziemlicher Overkill, zumindest in preislicher Hinsicht. ;-)

geschrieben am 28.10.2014 um 07:44 Uhr

Das Samsung Galaxy Note 10.1 wäre super :blah

:max

geschrieben am 14.11.2014 um 01:45 Uhr

So'n Kabini-System als HTPC zu bauen reizt mich ja doch schon. :)
Wie immer ein schicker Test!

geschrieben am 14.11.2014 um 08:10 Uhr

Guter Test !
Die Temperaturen sind echt in einem guten Rahmen für eine Passive Kühlung.

geschrieben am 14.11.2014 um 11:04 Uhr

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