Test: Cacgo K89 und No.1 G6 Smartwatch im Test

Smartwatches gelten als praktische Helfer, welche jedoch nach Ansicht vieler Nutzer für den geforderten Preis schlicht zu wenig Features bieten. Die Lösung in Form günstiger Modelle aus China klingt interessant, wird aber - häufig auch zurecht - mit Skepsis betrachtet. In unserem Test schauen wir uns die beiden China-Smartwatches No.1 G6 und Caggo K89 näher an und klären, ob Smartwachtes zum günstigen Preis ihre Daseinsberechtigung haben.


Wearables haben in den letzten Jahren deutlich an Bekanntheit gewonnen. Durchgesetzt konnten sich bisher neben Fitness-Trackern aber lediglich Smartwatches, welche in der Regel aber weit über 100 Euro kosten. Der größte Vorteil beim Kauf entsprechender China-Modelle dürfte für die meisten Nutzer also der attraktive Preis sein. Die von uns getesteten Modelle No.1 G6 und Caggo K89 befinden sich im Preisbereich von rund 30 Euro. Die etwas seltsam klingenden Namen lassen bereits vermuten, dass es sich dabei um günstige Geräte asiatischer Unternehmen handelt. Wir klären, ob die smarten Uhren auch eine empfehlenswerte Alternative darstellen.

Die Smartwatches Cacgo K89 und No.1 G6

Design und Verarbeitung

Unter der Marke No.1 sind bei diversen Händlern aus Fernost bereits mehrere Smartwatches erhältlich. Das Modell G6 befindet mit einem Preis von derzeit 25 Euro am untersten Ende der Preisskala. Das dunkle Metall-Gehäuse in Kombination mit dem schwarzblauen Silikonband verleiht der Uhr einen sehr sportlichen Akzent. Die Verarbeitung ist grundsätzlich zufriedenstellend, jedoch offenbart sich eine Schwachstelle links am microUSB-Anschluss: Dieser wird durch eine Gummiklappe geschützt, die beim Aufladen der Uhr geöffnet werden muss. Bereits nach dem ersten Ladevorgang ließ sich die Klappe aber nicht mehr einwandfrei schließen und musste schließlich komplett entfernt werden. 

Grundsätzlich sind beide Uhren angenehm zu tragen, wobei die G6-Smartwatch subjektiv etwas straffer sitzt. Auf der recht durchschnittlichen Männerhand unseres Redakteurs gab es jeweils keine Probleme beim Anlegen der Armbänder. Die Cacgo K89 unterscheidet sich im Wesentlichen beim Erscheinungsbild, das mit dunklen Metallbänden eher auf Eleganz setzt. Die Verarbeitung wirkt hier spürbar besser als beim G6 und das Manko in Form minderwertiger Schutzklappen entfällt. Stattdessen wird die K89 über vier Magnetkontakte geladen. Das entsprechende Ladekabel liegt dem Lieferumfang bei, eine Dockingstation wie zum Beispiel bei der LG G Watch fehlt allerdings.

System und Features

Die Bedienung der G6 erfolgt über den 1,2 Zoll großen Touchscreen mit 240 x 240 Pixeln und zwei physischen Tasten an der rechten Seite. Mit der oberen der beiden Tasten gelangt man vom Hauptmenü zurück in die Uhransicht, mit der unteren lässt sich das Display ein- und ausschalten. Die K89 weist beim Panel dieselben technischen Merkmale auf. Zur Bedienung ist aber nur eine einzelne Drucktaste verbaut, die zum Aufwecken aus dem Standby-Modus dient.

Das auf Android 4.4 basierende System bietet insgesamt 24 Applikationen bei der G6 beziehungsweise 30 bei der K89 an. Dazu gehören etwa ein Fernauslöser für die Kamera, Wecker, Taschenrechner und Fitness-Funktionen wie Pulsmesser und Pedometer. Zudem können einkommende Nachrichten von Facebook, Whatsapp und Co. angezeigt und die Musikwiedergabe auf dem Smartphone gesteuert werden. Weitere Programme oder Widgets sind leider Mangelware: Insgesamt steht nur eine Handvoll an zusätzlichen Apps zur Verfügung. Positiv hervorzuheben ist hingegen, dass nicht nur Nummern gewählt und Gespräche aufgebaut werden, sondern dank eingebauter Lautsprecher auch komplette Telefonate über die Uhr ablaufen können. Voraussetzung dafür ist aber eine entsprechende Funkverbindung über das Smartphone.

Die Steuerung der Uhren ist schnell erlernt, jedoch wirkt Steuerung immer etwas stockend, wie man es zum Beispiel aus veralteten Android-Geräten kennt. Die Oberfläche ist zudem unzureichend auf das runde Display angepasst, weshalb Bedienelemente und teils ganze Wörter an den Rändern angeschnitten werden. In der Regel sind die Probleme aber nicht so schlimm, dass eine einwandfreie Bedienung unmöglich wäre.

Weiterhin fällt auf, dass die deutsche Sprachversion mit vielen Übersetzungsfehlern bespickt ist. So könnte es schwerfallen, ohne Kontext zu erraten, was mit "Sitzende Energie" gemeint sein könnte. Dabei handelt es sich schlicht um einen Timer, der den am PC sitzenden Nutzer nach einer bestimmten Zeit an eine kurze Pause erinnert. Kurzum: Wer der englischen Sprache mächtig ist, sollte auf die deutsche Spracheinstellung definitiv verzichten.

Für die erstmalige Kopplung der Smartwatch mit einem Hauptgerät muss zunächst die App Fundo Wear installiert werden - den entsprechenden QR-Code für die Anwendung via iOS oder Android liefern die Smartwatches direkt mit. Die App weist aber ähnliche Übersetzungsfehler auf wie das Smartwatch-System auf und erfordert zwingend das Anlegen eines Nutzerkontos. Interessant dürfte daher die Alternative Mediatek Smart Devices sein, welche einen wesentlich professionelleren Eindruck vermittelt. Da im Inneren der beiden Uhren ein Mediatek MTK2502 mit 128MB Speicher werkelt, ist die Kopplung über Bluetooth 4.0 auch hierüber problemlos möglich. Grundsätzlich lassen sich die Geräte über iOS und Android gleichermaßen verbinden. Den höheren Funktionsumfang bietet aber letztendlich Android, da iOS mehr Restriktionen bezüglich der ausgehenden Daten festsetzt. Dies ist aber ein generelles Problem bei Smartwatches von Drittanbietern.

Fazit

Die Cacgo K89 und No. 1 G6 könnten unterschiedlicher kaum aussehen, unterscheiden sich technisch aber kaum. Das Design ist bekanntlich ohnehin Geschmackssache, weshalb noch einmal der geringe Anschaffungspreis von jeweils rund 30 Euro hervorgehoben wird. Die Uhren bieten praktische Features und laufen zudem einwandfrei, sobald die einmalige Einrichtung über das Smartphone abgeschlossen ist. Bei der Software läuft jedoch vieles nicht so rund wie bei aktuellen Uhren mit Android Wear, auch das gesamte System wirkt stellenweise unreif. Vor den nervigen Übersetzungsfehlern bleibt der Nutzer ebenfalls nicht gefeit. Bedenkt man jedoch, dass entsprechende Produkte von Markenherstellern zum Teil mehr als das Zehnfache kosten, relativiert sich das Preis-Leistungsverhältnis wieder. In dieser Hinsicht sind die beiden China-Smartwatches sicherlich nicht schlecht - aber für einen reibungslosen Betrieb letztendlich nicht optimal geeignet. 

Die Smartwatches Cacgo K89 und No.1 G6 sind derzeit bei Gearbest für 33 Euro respektive 25 Euro erhältlich.

Kommentare

Noch keine Kommentare abgegeben. Sei der Erste und teile der Welt deine Meinung mit!

Zum Thread im Forum

Anzeige

Preisvergleich

Verwandte Themen