Test: Corsair Scimitar Pro RGB Gaming Maus im Test

Der neueste Gaming-Nager Scimitar Pro RGB aus dem Hause Corsair richtet sich insbesondere an MMO-Spieler. Wie bereits bei Vorgängermodell, damals noch ohne den Zusatz "Pro", bekommt der Nutzer eine Rechtshänder-Maus mit zwölf konfigurierbaren Makrotasten und eine frei einstellbare RGB-Beleuchtung geliefert. Neu ist hingegen ein neuer optische Sensor, welcher eine besonders hohe Präzision verspricht. Ob damit der Preis von 80 US-Dollar auch gerechtfertigt wird, überprüfen wir im Test.


Die Scimitar Pro RGB stellt die neueste Maus für Gamer da, welche besonders viel Wert auf schnell und zeitgleich viele erreichbare Makrotasten legen. Dabei ist das Grundmodell nicht ganz neu: Die seit längerem erhältliche Scimitar RGB (ohne den Zusatz Pro) scheint auf den ersten Blick bereits alle Funktionen abzudecken, die der Gamer für das Zocken diverser Online-Titel benötigt. Dazu gehört ein Verbund aus zwölf Tasten auf der rechten Seite, die sich allesamt frei programmieren lassen. Zur Optik dient zudem eine 4-Zonen-RGB-Beleuchtung, welche auch die zuvor erwähnten Makrotasten mit einschließt.

Wer sich nun die Frage stellt, inwiefern sich die Scimitar Pro RGB vom Vorgänger unterscheidet, wird zunächst genauer hinschauen müssen. In der neuen Version sitzt nämlich ein optischer Präzisionssensor, welcher mit bis zu 16.000 DPI auflöst. Zum Vergleich: Bei der vorherigen Version der Scimitar ist bei 12.000 DPI Schluss. Weitere Details und den Einsatz in der Praxis erleutern wir im Verlauf unseres Tests.

Lieferumfang und Verarbeitung

Corsair vertreibt die Scimitar Pro zum Preis von 80 US-Dollar in zwei Farbvarianten: schwarz sowie schwarz-gelb. Letztere Variante liegt uns als Testmuster vor und kommt passenderweise ebenfalls in dem schwarz-gelben Verpackungsdesign daher, welches man bereits aus früheren RGB-Modellen von Corsair kennt. Dort liegt die Scimitar gut geschützt in einer transparenten Kunststoffschale, welche wiederum umständlich in mehrere Teile aus Karton verschachtelt ist. Das Öffnen der Maus wurde so zu einem Kraftakt - eine frustfreie Verpackung sieht freilich anders aus. Zum Lieferumfang der Maus gehört eine kurze Bedienanleitung, das Garantieheft und ein kleiner Schraubenschlüssel zum Einstellen des Key Sliders. Der Garantiezeitraum liegt bei zwei Jahren ab Kauf.

Die äußeren Maße der Scimitar wirken auf dem Datenblatt größer, als in der Realität. Das liegt vor allem an der abfallenden und damit schlicht wirkenden Formgebung auf der rechten Seite, wo sich auch eine punktuell gemusterte Mulde zum ablegen des Ringfingers befindet. Auf der linken Seite verläuft das in gelbem Metall eingefasste Panel mit den zwölf nummerierten Daumentasten. Die erste und dritte Spalte der Tasten ist dabei silberfarben und glatt, die zweite und vierte Spalte hingegen mit einer dunkleren, angerauten Oberfläche versehen. Mit einem Gewicht von 122 Gramm ist die Maus etwas leichter, als man in Anbetracht der Größe zunächst annehmen würde. Die Verarbeitung ist aber durchwegs hochwertig und die Kabellänge mit 1,6 Metern ausreichend bemessen.

Mithilfe des zuvor erwähnten Schraubenschlüssels lässt sich der von Corsair "Key Slider" genannte Mechanismus einstellen, womit sich das Cluster aus den zwölf Daumentasten horizontal nach vorne oder hinten verschieben lässt. Hierzu muss der Schlüssel auf der Unterseite eingeführt und zum Öffnen nach links gedreht werden. Positiv: Die Mechanik dahinter wirkt solide und das Prinzip könnte leichter kaum sein. Auf der Unterseite befindet sich auch der optische Sensor mit der Bezeichnung PMW3367, welcher von Corsair in Kooperation mit dem Sensor-Spezialisten Pixart kreiert wurde. Er besitzt eine Auflösung von maximal 16.000 DPI bei einer Polling-Rate von 1000Hz beziehungsweise einer Millisekunde Reaktionszeit. Auf Wunsch kann die Abfragerate auf 500, 250 oder 125 Megahertz reduziert werden.

Die Unterseite der Scimitar Pro besteht überwiegend aus Kunststoff, der optische Sensor ist allerdings in einen Metallstreifen eingebettet. Für ein optimales Gleitverhalten sollen vier Gummipads sorgen, welche leicht herausragen. Corsair verspricht zudem einen nicht näher genannten Algorithmus, welcher die Oberfläche des Untergrunds analysiert und die Kalibrierung entsprechend anpasst - das Feature funktioniert allerdings nur mit hauseigenen Mauspads der Serie MM200 bis MM800. Letztere hat es bereits bei uns zum Test geschafft.

Software und Features

Zur Konfiguration der Scimitar wird die Corsair Utility Engine 2 (CUE2) vorausgesetzt, welche auf der Webseite des Herstellers kostenlos erhältlich ist. Die erste Version der Utility Engine erkennt die Scimitar Pro zwar ebenfalls, unterstützt allerdings nicht alle Funktionen. Die Erkennung unseres Testmusters erfolge in beiden Fällen innerhalb weniger Sekunden und zeigte unsere Maus samt aktueller Illumination in der Übersicht korrekt an. Werksmäßig ist die Beleuchtung so eingestellt, dass der Indikator vor den Daumentasten zur Anzeige der DPI-Zahl genutzt wird (standardmäßig: rot, weiß, grün, gelb und blau). Mit der hinteren der beiden Mitteltasten kann die DPI-Zahl zwischen 500, 1000, 2000, 4000 und 6000 DPI eingestellt werden, mit der vorderen hingegen zwischen einzelnen Profilen gewechselt werden. Die übrigen vier Zonen, dazu zählen der Frontbereich, der Scrollbereich, der Randbereich und der Logobereich, lassen sich entweder statisch oder dynamisch einstellen, beispielsweise über einen Regenbogen- oder Pulseffekt.

Die Einstellung der Auflösung kann in Schritten von einem DPI vorgenommen werden. Zur Belegung stehen fünf Stufen bereit, welche im Wertebereich zwischen 100 und 16.000 beliebig konfiguriert und mit einer passenden Beleuchtung verknüpft werden können. Dabei kann auch zwischen der X- sowie Y-Achse unterschieden werden, falls der Nutzer dort unterschiedliche Auflösungen wünscht. Für eine Taste können entweder ein oder auch zwei Makrobefehle festgelegt werden, zur Auswahl stehen hier umfangreiche Auswahlmöglichkeiten. Neben der Ausführung der eigentlichen Makros lässt sich so etwa ein Timer setzen, eine Funktionstaste verlegen oder ein vordefinierter Text einfügen.

Der Aufbau der einzelnen Menüpunkte in der Utility Engine ist grundsätzlich übersichtlich. Wer jedoch schnell drauf los konfigurieren will, könnte sich schnell in den vielen Icons verlieren, welche weitere Einstellungsfenster beherbergen. Es ist aber erkennbar, dass Corsair einen großen Aufwand bei der Visualisierung betrieben hat, um die Konfiguration der zwölf Daumentasten sowie der Beleuchtung möglichst einfach zu gestalten. Hervorzugeben ist außerdem, dass die Scimitar über einen internen Speicher verfügt, auf dem insgesamt drei unterschiedliche Profile gespeichert werden können.

Praxistest

Beim Handling überzeugt die Scimitar durchaus und erlaubt mit dem optischen Sensor PMW3367 trotz des leichten, nicht veränderbaren Gewichts eine präzise Steuerung, selbst bei der maximalen Abtastrate von 16.000 DPI. Die Maus ist weder zu lang, noch fällt die Breite arg negativ ins Gewicht. Anders als man zu Beginn annehmen könnte, sind auch die zwölf Daumentasten keinesfalls störend, eher im Gegenteil: Sie fungieren als ergonomische Daumenmulde, die im wahrsten Sinne auf Knopfdruck praktische Funktionen bereitstellen kann. Anderseits sind die Tasten von der Form her fast identisch und nicht immer schnell zu treffen. Bis das blinde Abtasten von der Hand geht, heißt es: Übung macht den Meister. An diesem Grundsätz ändert auch der ansonsten praktische Key Slider nicht viel.

Als besonders hilfreich hat sich der DPI-Indikator auf der vorderen rechten Seite erwiesen. Er leuchtet stets deutlich erkennbar und zeigt zum Teil bereits aus dem Blickwinkel heraus das aktuelle DPI-Profil an. Bei der übrigen RGB-Beleuchtung gilt wie immer der Grundsatz "Nice-to-have", jedoch verdeckt die Hand bei gewöhnlicher Nutzung ohnehin den Großteil der bunten Farben. Eine Sache geschmacklicher Natur ist die Tatsache, dass der Ringfinger komplett auf dem Korpus der Maus aufliegt. Durch die geriffelte Oberfläche ist das besonders angenehm, könnte dem einen oder anderen mit kleineren Händen unter Umständen etwas Kontrollverlust zur Folge haben. Somit dürften größere Hände viel Freude mit der Maus haben, besonders wenn der Claw-Grip angewandt wird. Die Bemühungen des Herstellers jede Handform anzusprechen sind jedoch nicht unter den Tisch zu kehren. Hier sei nochmal der Key-Slider erwähnt, womit kurze Finger auch mit der Scimitar Pro RGB klarkommen sollten.

Fazit

Im gehobenen Preisbereich finden sich bereits unzählige Mausmodelle, welche eine Fülle an Features das sorgenfreie Zocken versprechen. Das Format mit einem kompletten Verbund aus dutzenden Daumentasten ist in der letzten Zeit vermehrt anzutreffen, anderseits aber auch im Vergleich zu Mäusen mit herkömmlichen Aufbau wohl weniger gefragt. Hier kann die Scimitar Pro RGB seine Stärken ausspielen, denn es stellt einen ausgezeichneten Kompromiss dar, wenn es um die Anzahl an Makrotasten bei sehr guter Ergonomie geht. Denn das Design ist für eine primär an MMO-Spieler gerichtete Maus vergleichsweise dezent, zeigt bezüglich der Verarbeitung aber keine einzige Schwäche.

Bei der Scimitar Pro RGB setzt Corsair auf Bewährtes und leistet sich in dieser Hinsicht keinen groben Fehler, anderseits kann man so auch nur schwer aus der Masse hervorstechen. RGB-Beleuchtung und eine hohe DPI-Zahl sind verlockend, finden sich aber ebenfalls bei Modellen anderer Hersteller.   Bezieht man jedoch die aufwendig abgestimmte Software und den verbauten High-End-Sensor ebenfalls mit ein, liefert Corsair ein stimmiges Gesamtpaket, welches mit seinen Funktionen auch anspruchsvolle Spieler überzeugen kann. Der Preis von 80 Euro ist aus diesem Grund auch gerechtfertigt, weshalb wir an dieser Stelle unser Redaktionsempfehlung aussprechen.

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