Vergleich: ThunderX3 TM10 und TM30 Maus im Praxistest

Häufig hatten wir das Vergnügen, diverse Mäuse aus dem oberen sowie unteren Preisbereich gleichermaßen testen zu dürfen. Dabei stellt sich ebenso häufig die Frage: Muss zwingend ein hoher Betrag für eine vernünftige Gaming-Maus bezahlt werden?  Zu diesem Zweck haben wir zwei Low-Budget-Modelle der Marke ThunderX3 einem Praxistest unterzogen. Dabei handelt es sich um die ThunderX3 TM10 und den großen Bruder TM30.


Bei der Einrichtung eines Gaming-Rechners muss zwangsläufig der entsprechende Bedarf an Peripherie gedeckt werden. Während Konsolenspieler meist nur einen Controller benötigen, muss der PC-Zocker eine Tastatur, Maus sowie ein Headset oder Lautsprecher-Set aufbringen. Und jedes Produkt ringt in einem schwer umkämpften Markt, in der die attraktive Hardware oft mit einem satten Preis daherkommt. Wir wollen zumindest im Bereich Mäuse die Frage beantworten: Muss es wirklich ein Betrag sein, der teils weit über 50 Euro hinausgeht? Um eine sachliche Antwort geben zu können, begrüßen wir ThunderX3s Maus-Duo in unserer Redaktion. Die Rede ist dabei von dem Low-Budget-Modell TM10, welches für 14,99 Euro erhältlich ist, sowie dem Modell TM30, welches mit 29,99 Euro zu Buche schlägt.

Wir werden im Laufe dieses Artikels beide Gaming-Nager unter die Lupe nehmen und im Abschluss jeder Kategorie miteinander vergleichen. Wir erklären auch, ob an der vom Hersteller versprochenen "Gaming Revolution" tatsächlich etwas dran ist. Schließlich werden wir im Fazit sprichwörtlich Nägel mit Köpfen machen und Bezug auf die erwähnte Fragestellung nehmen. Wir bitten jedoch zu beachten, dass wir eine Erwartungshaltung beibehalten haben, die der Preisklasse gerecht wird. Somit können sich auch Low-Budget-Produkte eine Empfehlung sichern, sofern das Preis-Leistungsverhältnis gegeben ist.

Lieferumfang und Details

Beide Mäuse stammen nicht nur vom selben Hersteller, sondern befinden sich auch zusammen in einer Produkt-Reihe, wie der bereits das „TM“ im Namen suggeriert. Daher ist es auch keine Überraschung, dass die Verpackungen beider Modelle nahezu identisch sind. Beide bieten ein aufklappbares Fenster, durch denen erste Blicke auf den Nager geworfen werden können. Um den Behälter herum gibt es verschiedene Motive sowie Informationen über diverse Funktionen. Auch in der Schachtel liegen beide Produkte identisch in der Plastikhalterung positioniert.

Uns ist jedoch sofort bei der TM10 aufgefallen, dass die Daumenmulde mit einem Silikon-ähnlichen Material überzogen wurde, welches auf beiden Seiten leicht klebrig ist. Während dadurch ein sehr sicherer Grip geboten wird, fühlt es sich vor allem zu Beginn etwas befremdlich an. Des Weiteren lässt sich die Spitze der Daumenablage mit etwas Kraft eindrücken, welches sich zwar wie ein Tastenklick anfühlt, jedoch keiner ist. Im Allgemeinen wirkt die Flanke der Maus etwas minderwertig. Mit diesem Problem kämpft die TM30 nicht, da lediglich eine Wölbung vorhanden ist. Die gesamten Oberflächen beider Mäuse bestehen überwiegend aus leichterem Plastik, mit Ausnahme von der Oberseite der TM30, welche mit einer speziellen Schicht überzogen wurde, um ein gummiartiges Gefühl zu vermitteln.

Am Boden der Nager ist eine Teflon-Beschichtung an den jeweiligen Kanten angebracht. Ein Lob an ThunderX3 möchten wir für die weiteren Teflon-Aufkleber aussprechen, welche ausgetauscht werden können, sobald die ersten abgenutzt sind. Zwar macht dies die ansonsten eher mäßige Verarbeitung nicht wett, ist aber ein Zeichen, dass der Hersteller ein gutes Preis-Leistungsverhältnis anstrebt. Auch möchten wir das jeweilige Mausrad erwähnen. Während das TM30 ein starkes, angenehmes Feedback gibt, ist die TM10 wesentlich zurückhaltender und sanfter. Ihren Zweck erfüllen jedoch beide Modelle, auch wenn der große Bruder sich noch mal wesentlich hochwertiger anfühlt.   

Software

In dieser Rubrik wird es eine komplette Abwesenheit der TM10 geben. Offenbar war es seitens des Herstellers in dieser Preisklasse nicht vereinbar, eine kompatible Zusatz-Software zu integrieren. Für die TM30 hingegen steht ein eigenes, dediziertes Programm zur Verfügung. Nach der Installation stehen dem Nutzer dann wiederum drei Tabs zur Auswahl. Eines davon ist die Kategorie „Buttons“, in denen die Konfiguration der jeweiligen Tasten ausgewählt werden kann. Leider konnten wir nur das Mausrad sowie die Seitentasten veränderen, da alle weiteren Tasten gesperrt wurden. Auf der nächsten Seite warten die Effekt-Optionen. Hier kann der Nutzer die jeweiligen Farben verändern und verschiede Leuchtmuster, wie zum Beispiel das dauerhafte Pulsieren, einstellen.

Die letzte Seite im Bunde nennt sich Performance. Hier kann unter anderem die DPS-Zahl eingestellt werden, um diese im Anschluss zu übernehmen oder in Profile speichern, die mit der DPS-Taste gewechselt werden können. Laut Hersteller kann der verbaute Sensor Bewegungen von 60 IPS mit einer Beschleunigung von bis zu 20g erkennen. Im Fazit werden wir klären, wie sich der Nager in der Praxis bewiesen hat. Ganz überzeugend wirkt die Zahl der Anpassungsmöglichkeiten nicht, da zu viele Optionen eher als Platzhalter, statt als tatsächliche Einstellungen fungieren. Jedoch muss auch das geringe Preisschild von unter 30 Euro berücksichtigt werden.

Praxistest & Fazit

Wir haben unsere Systeme mit den beiden ThunderX3-Nagern ausgestattet und unsere Spiele-Repertoire gestürmt. Wir haben FPS Titel wie Battlefield 1 und Warface sowie Rollenspiele wie The Witcher 3, World of Warcraft und TES V: Skyrim gespielt. Und in sämtlichen Spielen lieferte uns die TM30 eine sehr gute Performance. Die TM10 ist zwar technisch in Ordnung, eine erwähnenswerte Ergonomie ist hier aber praktisch nicht existent. Der Komfort des kleinen Bruders ist oft unterirdisch und erst nach einer längeren Testphase fanden wir eine Position, in der unsere Hand ihren Frieden fand. Die TM30 bietet zwar keine Daumenmulde, kompensiert dies jedoch mit einer altbekannten und angenehmeren Form, welche zwar so gesehen nichts Neues bietet, dadurch aber auch keine Fehler einbringt.

Empfehlen wir das ThunderX3 TM10, welches 14,99 Euro kostet? Für Nutzer, die sich im unteren Ende der Casual-Gamer-Szene sehen, ist dieser Nager mehr als genug. Mit etwas Zeit kommt der Nutzer dann auch mit der etwas gewöhnungsbedürftigen Form klar. Wer jedoch kompulsiv spielt, sollte definitiv mehr Geld an die Hand nehmen. Denn wie so oft heißt es: „Wer zu günstig kauft, kauft zweimal!“

Empfehlen wir das ThunderX3 TM30, welches 29,99 Euro kostet? Auch hier sehen wir den Nager auch für Nutzer geeignet, die in ihrer Freizeit regelmäßig zocken. Kompetitive Spieler sowie Core-User, welche die Maus für mehrere Stunden am Stück verwenden, sollten das Preisniveau aber weiter anheben. Denn trotz des Low-Budget-Preises, ist das TM30 schlichtweg zu spartanisch ausgestattet - auch in Bezug auf die mitgelieferte Software und dessen Funktionen.

Nun zur Frage, die wir zu Beginn stellten: Müssen Gaming-Mäuse teuer sein? Nein! Definitiv nicht. Denn ThunderX3 zeigt, dass trotz des Low-Budget-Preises eine solide Maus geboten werden kann. Wir haben jedoch eine klare Vorstellung darüber, welche Kriterien eine wirklich überzeugende Gaming-Maus erfüllen muss. Und wenn Qualität, Komfort und Technik keine Punktlandung sind, können wir diese nicht an all jene empfehlen, welche in ernsten beziehungsweise kompetitiven Matches alles aus sich herausholen möchten.

Kommentare

Noch keine Kommentare abgegeben. Sei der Erste und teile der Welt deine Meinung mit!

Zum Thread im Forum

Anzeige

Preisvergleich

Verwandte Themen