Test: Nerdytec Couchmaster Cycon im Test

Seit einiger Zeit schon ist es möglich, sich ein sogenanntes "Lapboard" anzuschaffen. Dieses ermöglicht es einem mehr oder weniger bequem den Computer von der Couch aus zu bedienen. Wie der Name es schon verrät liegt es auf dem Schoß und muss dazu noch ständig in Balance gehalten werden. Nerdytec bringt mit dem Couchmaster Cycon ein Gadget, welches dieses Problem beseitigen soll um das Zocken auf der Couch noch bequemer zu machen. Ob dies geling und wo es Einschränkungen gibt, klärt unser Test.


Sogenannte "Lapboards" sind schon länger erhältlich, bei denen, wie der Name schon verrät, ein Board mit der nötigen Peripherie auf dem Schoß liegt. Der deutsche Hersteller von Gadgets Nerdytec allerdings möchte mit dem neuen Couchmaster Cycon das Zocken mit dem PC am Fernseher so angenehm wie nur möglich machen. Mit diesem lastet nämlich kein einfaches Board auf den Beinen, sondern zwei "Kissen" sollen das Herzstück des Couchmasters halten. Wir haben die Version mit Kunstleder überzogenen Kissen genauer unter die Lupe genommen. In unserem Test klären wir unter Anderem wie gut es sich damit zocken lässt und wie viel Komfort der Couchmaster Cycon mit auf das Sofa bringen kann.

Lieferumfang:

Die einzelnen Teile des Couchmasters kommen gut gesichert in einem großen braunen Karton daher. Die Lederkissen sind einzeln in Plastik verpackt, das Lapboard selbst befindet sich in einem weiteren schwarzen Karton. In einem Platzhalter befindet sich das Zubehör. Dieses besteht aus einen fünf Meter langen USB-3.0-Anschlusskabel, Klettverschlussbändern sowie beidseitiges Klebeband, einem Mausbeutel, ein Nerdytec-Mauspad und einem Kreuzschlitzschraubendreher.

Verarbeitung und Design:

Wir hatten in der Redaktion die schwarze Kunstlederversion zum Test erhalten. Alles wird hier in schlichtem Schwarz gehalten, wenn man etwas Farbe möchte, kann man sich für 10 Euro Mehrpreis einen Couchmaster mit roten oder weißen Akzenten zulegen. Die Verarbeitung der Stützkissen ist im Großen und Ganzen sehr gut - die Nähte sind alle sauber verarbeitet und auch generell fühlen sich die Auflageflächen für das Board angenehm an. Letzteres zeigt allerdings an manchen Stellen im Detail ein paar optische Unfeinheiten. Die gelederte Handballenauflage ist nur aufgeklebt und der Kleber zeigt sich an einigen Stellen anhand von Überresten. Da das Lapboard selbst nur aus Kunststoff besteht, fühlt es sich leider nicht so hochwertig an wie die Kunstlederkissen, aber auch hier zeigt sich die gesamte Verarbeitung abseits des verwendeten Material als ordentlich. Das Design des Boards ist schlicht, die Oberfläche widerstandsfähig und griffig. Die Bedienung einer Maus ist auch ohne eines Pads ohne Weiteres möglich.

Zusammen wiegen alle Teile etwa 4kg. Das Lapboard mit USB-Hub ist selbst erstaunlicherweise sehr leicht. Allerdings kommt hier noch die Peripherie dazu, mit der das Lapboard am Ende für den einen oder anderen doch recht schwer wird. Größentechnisch hält sich alles noch in akzeptablen Maßen. Man merkt aber, dass das gesamte System nicht gerade klein ist. Ein Kissen ist 60 Zentimeter tief, 23 Zentimeter breit, und knapp 20 Zentimeter hoch. Das Lapboard bietet mit einer Tiefe von 35 Zentimetern und einer Breite von 84 Zentimetern genug Platz für voluminösere Tastaturen.

Aufbau und Praxistest:

Bevor es sich mit dem Couchmaster loszocken lässt, muss erst die Peripherie verkabelt werden. Dazu schraubt man zwei Abdeckungen auf der Rückseite des Lapboards ab. Sind alle zehn Schrauben entfernt können die Kabel der Tastatur und Maus durch die zwei Öffnungen auf der Oberseite eingeführt werden. Die Peripherie wird anschließend am USB-Hub in der inneren Mitte des Lapboards angeschlossen. Um einen Kabelsalat zu vermeiden, lassen sich die Kabel um drei Säulen auf beiden Seiten des Lapboards wickeln.

Nun muss das USB 3.0 Anschlusskabel angeschlossen werden. Man kann es entweder zur linken oder zur rechten Seite herausführen. Sind beide Abdeckungen wieder angeschraubt, kann man das das Anschlusskabel über das mitgelieferte 5 Meter Verlängerungskabel mit dem PC verbinden. Damit die Tastatur auf dem Lapboard auch über ausreichend Halt verfügt, kann man sie mithilfe des Klettverschlussklebebandes an das Lapboard heften. Allerdings ist das aufgrund des Klebens auf Dauer ein wenig umständlich.

Schließlich müssen die Kissen aus der Sitzposition rechts und links auf der Couch platziert werden. Obendrauf kommt dann das Lapboard. Anschließend kann man mit dem Zocken loslegen. Negativ ist leider die lange Einrichtungszeit. Sollte man sich dazu entscheiden, wieder normal am Schreibtisch zu sitzen, müsste die ganze Prozedur rückwärts wiederholt werden. Der Couchmaster eignet sich also primär als stationäre Lösung, bei der die Peripherie auch durchweg in dieser Kombination genutzt wird.

Bei richtiger Platzierung hat man zwischen den Stützkissen etwa 40 Zentimeter Platz. Für etwas kräftigere Menschen mit dickeren Oberschenkeln könnte es deshalb durchaus eng werden. Sollte einem der Platz nicht ausreichen, muss man die Position der Stützkissen justieren. Dadurch kann das Lapboard durchaus an Stabilität verlieren, weshalb hier etwas Vorsicht geboten ist. Darüber hinaus ist auch die Tiefe des Sofas wichtig. Sollte das Sofa zu kurz sein, droht durch unter anderem durch das Gewicht der Peripherie das Lapboard nach vorne zu kippen. Die Sitzposition hängt in der Regel von dem eigenen Sofa ab, allerdings wird diese durch den Couchmaster recht unnatürlich gehalten. Dadurch kamen nach längerer Benutzung leichte Rückenschmerzen auf, die man auch vom Schreibtisch durch die zu "bequeme" Sitzposition kennen könnte. Wir empfehlen an dieser Stelle nach einer gewissen Spielzeit ein paar Lockerungsübungen oder ganz einfach sich mit geradem Rücken hinzusetzen.

Fazit:

Im Grunde genommen bringt der Couchmaster Cycon von Nerdytec den Schreibtisch auf das Sofa. Durch die Stützkissen genießt man einen Komfort, den man mit einem normalen Lapboard à la Corsair Lapdog, dem Roccat Sova oder auch dem hauseigenen Lapboard nicht erreichen könnte. Allerdings kommt die Einrichtungszeit dazu, die vor jeder Gaming-Session mit einkalkuliert werden muss, wenn die Peripherie zuvor bereits woanders verwendet wurde. Beim Abbauen wiederholt sich die ganze Prozedur natürlich. Desweiteren könnten eventuelle Rückenschmerzen nach ein paar Stunden mit dem Couchmaster Cycon ebenfalls zu den wenigen Nebenwirkungen gehören. Aber abgesehen davon ist der Couchmaster durch das schlichte Design anpassungsfähig und modern. Und sollte man gerade nicht mit dem PC vorm Fernseher zocken, lassen sich die Kissen und das Lapboard auch anderweitig nutzen.

Für den Couchmaster Cycon spricht der gute Sitzkomfort und die Verkabelungsoptionen. Mit dem Couchmaster von Nerdytec lässt es sich auf jeden Fall sehr bequem und mit praktisch keinem Kabelsalat auf dem Sofa zocken. Dazu kommen nette Zusatzoptionen wie die Seitentasche, einem zusätzlichen USB-Port an der Oberseite und die Möglichkeit, den Couchmaster sowohl nur mit dem Lapboard als auch mit den zusätzlichen Kissen in seiner eigenen kleinen "Burg" zu arbeiten oder zu zocken.

Gegen den Couchmaster spricht vor allem die sehr lange Einrichtungszeit. Wenn man nur eine Maus und Tastatur besitzen sollte und nicht immer mit dem Couchmaster vor dem Fernseher sitzen möchte, ist der Wechsel vom Schreibtisch zum Lapboard und wieder zurück sehr aufwendig. Dazu kommt das begrenzte Platzangebot, wenn alles richtig aufgebaut ist. 

Der Nerdytec Couchmaster Cycon ist auf jeden Fall ein gelungenes Gadget. Auch mehrere Stunden lassen sich mit hiermit problemlos vor dem Fernseher zocken. Ob er nun eine bessere Alternative ist als Corsairs Lapdog oder Roccats Sova (Tastaturen enthalten), muss jeder für sich selbst entscheiden. Aber auch wenn das Gadget seinen Zweck erfüllt und bei regelmäßiger Benutzung durchaus praktisch sein kann, erscheint uns der Preis von 159,00 Euro (02/2017) etwas zu hoch gegriffen. Deshalb zahlt sich der Couchmaster Cycon nur für diejenigen aus, die bequemer vor dem Fernseher am PC zocken möchten und den Schreibtisch sowie die Vorzüge einer Maus-Tastatur-Kombination schätzen. 

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