Feature: Nvidia-Roadmap-Analyse: Pascal-Refresh für 2017 - GTX 3080 für 2018

Die Hardware-Welt steht nie still - vorallem in Zeiten, in denen immer mehr Rechenleistung gefordert und die Effizienz stetig zunimmt. Nvidia als Hersteller von leistungsfähigen GPU-Lösungen steht hier klar im Fokus von professionellen Anwendern und Privatnutzern. Aus diesem Grund werfen wir zum Ende des Jahres einen Blick in die Zukunft und erklären in einer Übersicht, wie die Roadmaps von Nvidia zu verstehen sind.


Bereits vor einigen Wochen war bekannt, dass sich schon bald eine weitere Pascal-GPU in Nvidias Produktportfolio einreiht. Nun aber gibt es umfangreiche Informationen von Wccftech zu Nvidias Roadmaps für 2017 und 2018 - und diese sind randvoll gespickt mit neuen Produkten für die gesamte Nutzerschaft. 


Geht es nach den Informationen aktueller Leaks, hat Nvidia für die kommenden zwei Jahre eine breite Palette an neuen Modellen geplant - unter anderem auch die hauseigene Consumer-Speerspitze, die in naher Zukunft die GTX Titan X (Pascal) ablösen soll. Der Name des Titan-Nachfolgers soll überraschenderweise GTX 2080 Ti lauten. Als Basis dient hier der GP102-Chip. Das gemutmaßte Modell soll die Titan X Pascal mittelfristig ablösen.

Weiterhin gibt es Pläne, die bestehenden GP104 basierenden GTX 1080 und 1070 zu „refreshen“. Die neuen Modelle besäßen dann höhere Taktraten und jeweils GDDR5X Speicher. Unklar bleibt jedoch bis dato, ob die potenzielle GTX 2070 mehr CUDA-Cores bekommt als die jetzige GTX 1070. Höhere Taktraten und neuer Speicher sind Nvidia offenbar genug, um ein Produkt als gänzlich Neues zu vermarkten. Ebenso soll die GTX 1080 durch ein schnelleres Modell in Form der GTX 2080 abgelöst werden. Erwartet werden bei Selbiger ein Leistungsplus von gut 10 bis 15 Prozent verglichen mit der GTX 1080. Dabei liegt der gemutmaßte Preis zum Launch mit 499 US-Dollar relativ niedrig. Der prozentual gleiche Leistungszuwachs wird auch bei der GTX 2070 erwartet. Diese soll beim Launch für gerade mal 349 US-Dollar zu haben sein.

Die auf den Chips GP106 und GP107 basierenden Grafikkarten wie die GTX1060 und die kürzlich veröffentlichte GTX 1050 Ti sollen ebenfalls durch neue Modelle abgelöst werden. Wie bei den größeren Brüdern gilt auch hier wieder die Devise: Höherer Takt, besserer Speicher. So soll die GTX 1060 in den Varianten 3 GB und 6 GB abgelöst und durch die GTX 2060, bzw. 2060 Ti ersetzt werden. Beide GTX 2060 Varianten werden dann mit 6GB GDDR5 Speicher ausgestattet und über ein 192 bit Speicherinterface angebunden werden.

Die Neuauflagen der Pascal-Mittelklasse sollen direkt mit AMD‘s Vega-Modellen konkurrieren. Vega 11 stellt AMD‘s neue Architektur dar, die auf der V9.0-Technik basiert. Beim Speicher greift AMD zu HBM2, der schnelle Transferraten sowie eine hohe Effizienz des Endprodukts ermöglicht. Verglichen mit der aktuellen RX 480 soll die neue Karte deutlich schneller und effizienter arbeiten.

Im Jahr 2018 soll bei Nvidia der "Refresh vom Refresh" kommen - Volta wird dann Pascal ablösen. Die neuen Modelle werden dabei wieder in einer feineren Version des TSMC 16nm FinFET Prozess gefertigt werden. Wie schon bei Pascal wird bei der Volta-Generation das Augenmerk auf die Performance pro Watt gelegt. Interessanterweise sollen hierbei sowohl HBM2-, als auch GDDR6-Speicherbausteine zum Einsatz kommen. GDDR6-Chips haben eine theoretische Übertragungsrate von 16 Gb/s und sind daher potenziell rund 60 Prozent schneller als der aktuelle GDDR5X-Speicher sein, welcher in der Titan X Pascal und GTX 1080 Verwendung findet.

Mit Volta plant Nvidia laut den vorliegenden Dokumenten insgesamt drei neue GPUs: GV110, GV102 und GV104. Das Modell GV104 soll das Flagschiff für Gamer werden - zunächst in Form einer beschnittenen Version im Preissegment von etwa 400 US-Dollar. Später soll dann eine High-End-Variante ohne Fesseln folgen, welche sich an Enthusiasten richtet und entsprechend teurer sein wird. Die GV104-Grafikkarten vermutlich als GTX 3080 und GTX 3070, bekommen einen für heutige Verhältnisse üppigen GDDR6 Videospeicher mit 16 Gigabyte Kapazität und ein 256 Bit Speicherinterface spendiert. 
In der oberen Preisklasse wird der GP102, welcher momentan noch seine Arbeit in der GTX Titan X und GTX 1080 verrichtet, ersetzt durch den GV102. Dieser soll der schnellste Consumerchip sein, den Nvidia bis dato produziert hat. Der GV110 auf der anderen Seite ist nur für professionelle Anwender gedacht - künstliche Intelligenzen, Deep-Learning und komplexe Berechnungen in Rechenzentren gehören zu seinem Aufgabengebiet. Der Chip an sich wird größer und wesentlich kostspielieger als der GV102 sein, dafür eine deutlich bessere Double-Presicion-Rechenleistung aufbringen und mit 32GB HBM2 Speicher daherkommen. Dank HBM2 kommt der GV110 so auf eine Datenrate von satten 1TB/s. Geplant sind die Volta-Modelle laut Nvidias Roadmap im Verlauf des Jahres 2018.

Einschätzung der Redaktion

Wirft man zunächst einen Blick auf die unverbindlichen Preisempfehlungen, dürfte klar sein, dass sich an Nvidias Produktpolitik wenig bis gar nichts verändern wird. Bisher konnte man damit die Position im Endkundenmarkt gegenüber AMD trotz hoher Preise gut verteidigen. Wie konkurrenzfähig der Erzfeind mit „Vega“ sein wird, ist noch unklar, dafür liegen schlicht nicht genügend Informationen vor. Wünschenswert und für den Endkunden interessant wäre es natürlich, wenn AMD den „Grünen“ in den kommenden Monaten Paroli bieten kann.
Was allerdings bei Nvidia einen regelrechten „Refresh-Wahn“ ausgelöst hat, bleibt unklar. Der Start dürfte mit der anstehenden 1080Ti noch gut gehen, doch darüber hinaus ist für das nächste Jahr offenbar keine spürbare Erhöhung der Grafikleistung zu erwarten. Wenn das Unternehmen den Markt mit leicht aktualisierten Grafikchips geradezu überflutet, wird es unweigerlich dazu führen, dass die Nutzer de facto veraltete Grafikkarten kaufen. Daran ändert auch das geplante „Step-up“ Programm nicht viel. Immerhin stehen für 2018 vielversprechendere Neuheiten bereit, sobald die "Volta"-Generation marktreif wird - Begriffe wie "Künstliche Intelligenz", "HBM2" und "GDDR6" lassen aufhorchen. Weitere Informationen hierzu werden aber vermutlich erst im Laufe der Zeit kommen.

Kommentare

Noch keine Kommentare abgegeben. Sei der Erste und teile der Welt deine Meinung mit!

Zum Thread im Forum

Anzeige

Preisvergleich

Verwandte Themen