Test: Das Razer Blade Gaming Notebook im Test

Notebooks der Blade-Serie werden erst seit wenigen Monaten für Kunden hierzulande angeboten. Zuletzt erschien das Blade Stealth, das nur mit einer GPU-Dockingstation genügend Rechenleistung zum Spielen aufbringen konnte. Die neuen Modelle sollen diese Schwäche nun endgültig ausmerzen. Wir haben das neue Topmodell mit 1TB-Speicher und QHD-Auflösung einem ausführlichen Test unterzogen.


Die neuen Blade-Konfigurationen – sechs in der Zahl – sollen im Vergleich zum Vorgänger den Käufer jetzt ohne externe Zusatzhardwareeine überzeugende Gaming-Performance bieten. Preisbewusste Käufer sollten sich allerdings bei den verlangten Summen warm anziehen. Denn bei unserem Testmuster handelt es sich um das 1TB Top-Modell mit QHD-Auflösung und einer UVP von 2.999 Euro. Es gibt jedoch auch günstigere Versionen mit einem FullHD-Panel. Wie zum Beispiel die 1.999 Euro teure 256GB-Variante, das 512GB-Modell für 2.199 Euro oder das 1TB Top-Modell für 2.699 Euro. Sämtliche der drei Optionen können auch mit einem QHD-Display ausgestattet werden. Dafür wird der Kunde jedoch mit weiteren 300 Euro zur Kasse gebeten.

 

Das Razer Blade im Überblick

Razer rüstet die entsprechenden Blade-Ableger mit leistungsstarker Top-Hardware aus. Denn unter der Haube befindet sich ein Intel Core i7-6700HQ Prozessor, der mit einem HM170 Chipsatz kommuniziert. Der DDR4-Arbeitsspeicher ist 16 Gigabyte groß und arbeitet im Dual-Channel-Modus. Bei der CPU handelt es sich um das Top-Modell für Gaming-Notebooks. Denn mit vier Skylake-Kernen und acht Threads ist es de facto der beste Kompromiss aus Größe und Leistung. Verständlicherweise ist der Prozessor dennoch im Durchschnitt schwachbrüstiger als das Desktop-Äquivalent, was hauptsächlich der fast halbierten TDP (45 Watt) zu Schulden ist.

Wie erwartet kommt eine Onboard-Grafikkarte zum Einsatz, welche nur beim Gaming von der dedizierten GPU abgelöst wird. Genau genommen handelt es dabei um Nvidias GTX 1060 6GB, die bekannterweise auch auf dem Desktop mehr als ausreichend Spieleleistung für aktuelle Top-Titel mitbringt.

Mit der aktuellsten Intel- und Nvidia-Hardware Teilen (Quad-Core Kaby-Lake ist derzeit nicht verfügbar), soll ein Maximum an Effizienz und Leistung herausgeholt werden. In Kombination dazu bietet Razer ein solides Design mit Fokus auf Tragbarkeit und Komfort. Das neue Blade bringt zwei Kilogramm auf die Waage und ist 17.9mm dick. Es ist zugegebenerweise von den Ausmaßen und dem Gewicht etwas mächtiger als ein herkömmliches Ultrabook, aber in Anbetracht der gebotenen Leistung ist dieser Kompromiss absolut nachvollziehbar. Das Netzteil ist dabei dennoch recht kompakt und fällt so in Begleitung mit dem Notebook nicht allzusehr ins Gewicht. Auch sollte erwähnt werden, dass es sich beim Chassis um ein CNC Aluminium-Unibody handelt. Durch den Feinschliff fühlt es sich äußerst hochwertig an.

Wie wir bereits erwähnt haben, besitzt unser Testmuster das QHD-Display, welches mit 3200 x 1800p auflöst. Des Weiteren handelt es sich dabei um einen kapazitiven Touchscreen. Eine QHD+ Auflösung auf 14 Zoll resultiert in 262 Pixel pro Zoll, wodurch das Bild gestochen scharf ist. Die Full-HD-Variante erfüllt jedoch auch sämtliche Anforderungen und kostet dabei in der Konfiguration rund 300 Euro weniger. Zudem fällt die 1080p-Resolution in das Leistungsspektrum der GTX 1060. Bei höheren Auflösungen könnte dem Mittelklasse Pascal-Chip bei aktuellen Titeln schnell die Puste ausgehen. Ein G-Sync-Feature bringen beide Panels nicht mit.

An der linken Seite befinden sich zwei 3.0 USB-Ports, neben dem ein 3,5mm Audioeingang und die Ladebuchse platziert ist. Auf der rechten Seite hat Razer einen weiteren USB 3.0 Port, den HDMI Ausgang und einen Thunderbolt 3-Anschluss positioniert. Letzterer kommt mit einer Geschwindigkeit von bis zu 40Gbps daher. Durch diesen Port kann das sogenannte Razer Core angeschlossen werden. Dabei handelt es sich um das externe GPU-Dock, welches beim Razer Stealth den Hardware-Hunger der Spiele stillen soll. Kurioser Weise gibt es keinen Ethernet-Eingang und auch keinen Speicherkarten-Slot. Der amerikanische Hersteller möchte jedoch mit dem aktuellsten WiFi- und Bluetooth-Standard Abhilfe schaffen.

Allgemein ist die Nutzung des Notebooks angenehm. Und dank der Chroma RGB Tastatur-Beleuchtung ist die Nutzung auch bei purer Dunkelheit kein Problem. Die hauseigene Software namens Synapse ermöglicht die Konfiguration sämtlicher Lichteffekte, dem Re-Mapping jeder einzelnen Taste und auch die Einstellung von Makros. An den jeweiligen Rändern des Keyboards befinden sich die Lautsprecher, dessen Qualität zufriedenstellend ist und sogar in die Richtung des Spielers zeigen. Letztlich gefällt uns auch das Touchpad, welches sich hochwertig anfühlt und bei Benutzung der Tasten ein sattes Klickgeräusch erklingen lässt.

Um eine solide Kühlung zu ermöglichen, sind an der Unterseite des Geräts zwei Gummi-Pads angebracht, durch denen ein gewisser Freiraum entsteht.  Auch lassen sich die beiden Sektionen erkennen, in dem sich zwei Lüfter befinden. Sobald das Backcover abgenommen wird, stechen die vier Heat-Pipes (zur Übertragung der Hitze) ins Auge.

Die Benchmarks und die Akkulaufzeit

Wir haben das Razer Blade in den ersten Weltkrieg mit Battlefield 1 und in die Ödnis von Fallout 4 mitgenommen. Nachfolgend präsentieren wir die Werte, die unser vorliegendes Testmuster erreicht hat.

Battlefield 1 – 1920 x 1080p mit DX12 & Ultra-Einstellungen

Battlefield 1 – 3200 x 1800p mit DX12 & Ultra-Einstellungen

Fallout 4 – 1920 x 1080p mit DX11 & Ultra-Einstellungen

Fallout 4 – 3200 x 1800p mit DX11 & Ultra-Einstellungen

3D Mark Fire Strike – 1920 x 1080p mit DX11 & Default-Einstellungen

3D Mark Fire Strike Extreme – 2560 x 1440 mit DX11 & Default-Einstellungen

3D Mark Time Spy – 2560 x 1440 mit DX12 & Default-Einstellungen

Wenig überrschaend verbrauchen mobile Gaming-Systeme wesentlich mehr Energie, besonders dann, wenn Spiele laufen. Um den Akku auf Herz und Nieren zu prüfen, verwenden wir zwei verschiedene Praxistests.  Im ersten lassen wir das Benchmark-Tool Unigine Valley in Dauerschleife durchführen. Dadurch wird die Belastung eines aktuellen AAA-Titels simuliert. Im zweiten Lauf kommt ein Webbrowser und Office-Programme zum Einsatz. Damit ermitteln wir die Laufzeit im Casual/Office-Modus.

Die Ergebnisse unseres Versuchs sind durchaus überzeugend. Mit 88 Minuten unter Volllast ist es die bislang beste Batterie unter allen, von uns getesteten Gaming-Notebooks dieser Klasse. Auch im Casual/Office-Modus konnte das Razer Blade mit 324 Minuten Laufzeit überzeugen. Lediglich das Razer Blade Stealth konnte diesen Wert mit 401 Minuten überbieten, verfügt im Gegenzug jedoch über ein deutlich höheres Gewicht.

 

Das Fazit

Leistungstechnisch ist das Razer Blade ein akzeptables Gamingnotebook: In aktuellsten Titeln wie Battlefield 1 konnte auf Ultra-Einstellungen eine Framerate von 37 bis 47FPS erreicht werden (bei einer FHD-Auflösung). Auch werden auf dem Papier die Anforderungen für die HTC Vive und das Oculus Rift erfüllt, was für ein mobiles Gerät ziemlich beeindruckend ist. Wie erwartet stellte sich die GTX 1060 jedoch als zu schwach für die hohe QHD-Auflösung dar.

Das Thema endet hier jedoch nicht. Denn im Vergleich zu den vorherigen Generationen wurde auf das Suffix „M“ im Namen verzichtet. Grund dafür ist die Behauptung von Nvidia, dass die mobilen Grafikkarten eine identische Leistung zu den Desktop-Brüdern bieten sollen. Ein Notebook leidet jedoch konstant unter den technischen Restriktionen, die sich auf diverse Arten wiederspiegeln. Zum Beispiel sind die Leistungsschübe (boosting) wesentlich inkonsistenter, der Temperaturspielraum wesentlich geringer.

Außerhalb des Gaming ist jedoch auch die Form, das Design und die Qualität bei solchen Preisen im Mittelpunkt. Das Blade ist abgerundet und so ein Handschmeichler, was eine Alltags-Nutzung äußerst angenehm gestaltet. Das Touchpad fühlt sich hochwertig an und auch die Tastatur überzeugt mit der Chroma RGB-Beleuchtung, die unzählige Einstellungsmöglichkeiten bietet. Schließlich ist das Gewicht von unter 2kg noch akzeptabel und komplettiert das stimmige Komfort-Konzept. Problematisch wird es jedoch mit der Grafikkarte. Denn die mobile GTX 1060 im Notebook gerät hierfür schlicht und ergreifend zu schnell ans Limit.

Bei einem so stolzen Preis und dem ebenso stolzen Titel „Gaming Notebook“ ist es unabdingbar, auch in naher Zukunft noch am Ball bleiben zu können. Battlefield 1 zeigte jedoch schon, dass selbst bei einer FHD-Auflösung der Hardware-Hunger nicht vollständig gesättigt werden kann. Fraglicher wird es jedoch, wieso eine QHD-Auflösung geboten wird. Denn das Blade ist weit davon entfernt, in der Konfiguration eine durch die Bank weg sorgenfreie Performance bieten zu können.

Die primäre Problematik ist die Preispolitik, die ein Schlag in das Gesicht des Käufers ist. Obwohl die verwendeten NVMe SSDs blitzschnell sind und in der 1TB-Variante genug Platz für unzählige Spiele bietet, ist der Wechsel von 256GB zu 1TB ein Aufschlag von über 700 Euro und von 512GB zu 1TB stolze 400 Euro. Bei der 1TB SSD handelt es sich dabei um die PM961, welche für 350 Euro gelistet ist. Somit ist das eigene Aufrüsten aus jedem Gesichtspunkt lukrativer.

Können wir das Razer Blade empfehlen? In Anbetracht des Preises/Leistungsverhältnis: nein. Die Optik, das Design und der Komfort werden lange seines gleichen suchen. Aber die Rechenleistung ist bei einem solchen Preispunkt nicht ausreichend - zu groß ist der Kompromiss, den der Nutzer bei der Gaming-Performance eingehen muss. Obwohl die neue Pascal-Architektur zum Einsatz kommt, ist bereits bei aktuellen Titeln schnell das Ende der Möglichkeiten erreicht.  Wer jedoch bereit ist, diese Nachteile hinzunehmen, erhält ein sehr gut verarbeitetes Multimedia-Ultrabook der Superlative, bei denen auch MacBook Pro-Besitzer neidisch werden können.

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