Test: Corsair One Pro im Test

Corsair will mit dem One Pro in den Markt der Komplett-PCs einsteigen. Kein leichtes Vorhaben, denn eben jener Markt ist hart umkämpft. Der Anspruch ist demnach hoch - insbesondere dort, wo Corsair mitspielen möchte: Der One Pro soll besonders anspruchsvolle Nutzer für sich gewinnen. Ob das Komplettsystem auch uns überzeugen kann, erfahrt ihr im Test.


 

 

 

 

Unserer Meinung nach ist die größte Veränderung der letzte fünf Jahre in der PC-Branche nicht die stets höhere Leistungsfähigkeit der Systeme, sondern vielmehr der Schwung in Richtung höherer Effizienz. Mit der gegebenen Sparsamkeit mit der Leistungsaufnahme in Kombination mit hoher Leistung kommt auch ein gewisser Formfaktor zustande: Systeme mit kompakten Abmessungen sind damit möglich, welche leise agieren und dennoch eine hohe Performance bieten. Auch mit State-of-the-Art-Hardware wie ein Verbund aus einem Core i7-Prozessor, 32 Gigabyte Arbeitsspeicher, zwei SSDs und einer High-End-Grafikkarte stehen beim Verbrauch keine 300 Watt auf dem Stromzähler. Das ruft Corsair auf den Plan, um mit dem One ein extrem leistungsfähiges, relativ sparsames und gleichzeitig kompaktes System zu bringen.

Corsair selbst betitelt sein neues System als das schnellste, leiseste und zugleich kompakteste, fertige PC-System, das es zu kaufen gibt. Darüber hinaus verspricht das Unternehmen mit dem One auch die Möglichkeit zur späteren Aufrüstung der Komponenten. Insgesamt ein interessanter Ansatz, der auch konsequent erscheint. Verbaut wird ausschließlich Hardware aus dem eigenen Hause - beim Mainboard und den Grafikkarten holt man sich mit MSI einen prominenten Partner ins Boot. Grund genug also für uns, das One einem kritischen Test zu unterziehen.

Impressionen

Corsair ließ die eigenen Designer mit komplett freien Gedanken los, um das Gehäuse des One zu kreieren. Heraus kam dabei ein 380 Millimeter hohes, 200 Millimeter tiefes und 176 Millimeter breites Konstrukt, das es in dieser Form bisher nicht gab. Das Ganze entspricht einen Volumen von etwa zwölf Litern, mit Hardware im Innenraum bringt das One ein Gewicht von sieben Kilogramm auf die Waage.

Zum Einsatz kommt beim Gehäuse durch und durch Aluminium - Konkurrenten verbauen hier gerne quietchendes Plastik in Klavierlackoptik. Ein Punkt: Die Verarbeitung und das Feeling des Gehäuses ist dank des Aluminiums Spitzenklasse. Positiv: Auf Schnick-Schnack, schnöder Gamer-Optik und weiteren Firlefanz hat Corsair verzichtet. Akzente setzt der Hersteller hingegen mit den Alu-Finnen auf der Oberseite, Ventilationslöcher an den beiden Flanken und einer türkisen Beleuchtung an der Front. Eine RGB-Funktionalität dürfte der eine oder andere vermissen.

Frontseitig gibts neben den beiden schnellen USB 3.1-Ports einen HDMI-2.0-Steckplatz, etwa für eine VR-Brille. Rückseitig finden sich ein Gigabyte-Ethernet-Port, Wlan, sechs USB-Schnittstellen (1x 3.1-Gen2 Typ-C, 2x2.0 Typ-A sowie 3x3.1 Gen 1) sowie ein weiterer HDMI-2.0- und zwei Display-Ports.

Corsair arbeitet mit MSI zusammen, um die Kernkomponenten Grafikkarte und Mainboard für das One zu bekommen. So kommt ein eigenes, für das Komplettsystem gefertigtes, Z270I Mini-ITX-Mainboard zustande, das dem bereits erhältlichen Pro Carbon AC-Bruder ähnlich sieht. Eine wassergekühlte GTX 1080 ist ebenfalls mit an Bord, doch dazu später mehr.

Zur Ventilation des One sieht Corsair einen einzelnen ML140-Lüfter vor, der an der Oberseite die warme Abluft heraus befördert. In dessen Nähe sitzt auch das modifizierte SF400 80 PLUS Gold-Netzteil. Generell hat Corsair sich viele Gedanken mit der Konzeption des One gemacht, was insbesondere die Explosionszeichnung eindrucksvoll zeigt.

Auch die Wasserkühlung stammt aus dem eigenen Hause: Ein 240-Millimeter-Slim-Radiator ist dafür zuständig, dass der Prozessor (Core i7-7770, 65 Watt oder Core i7-7700K, 91 Watt) adäquat gekühlt wird. Das Modell mit dem K-Suffix kann sogar gegebenenfalls übertaktet werden. Platz gibt es für zwei 2,5-Zoll-Datenträger sowie eine M.2-SSD - werksseitig nutzt Corsair allerdings herkömmliche SSDs mit SATA-Anbindung, die mit einer theoretisch maximal möglichen Transferrate von "nur" 560 Megabyte pro Sekunde daherkommen. Auf die Frage, warum Corsair nicht gleich schnellere M.2-SSDs wie beispielsweise die hauseigene MP500-Serie nutzt, kam vom Hersteller entgegen, dass entsprechende Konfigurationen zum späteren Zeitpunkt angeboten werden.

Die vergangene Zusammenarbeit zwischen Corsair und MSI war nur ein Grund dafür, warum sich die beiden Hersteller mit dem One erneut zusammengefunden haben. Zuvor brachte Corsair mit dem Boardpartner die Seahawk-Grafikkarte - und so ähnlich macht es Corsair erneut beim One. Ein weiterer 240-Millimeter-Radiator ist zur Kühlung der GPU zuständig. Auch wenn die Grafikkarte generell wassergekühlt ist, gibt es auf selbiger dennoch einen Radiallüfter. Dieser ist dafür da, um die Spannungswandler und die RAM-Bausteine bei kühlen Temperaturen zu halten. Der Nutzer hat zur gegebenen Zeit die Möglichkeit, eine eigene Grafikkarte einzubauen. Maximal ist hier ein Modell mit einer Länge von etwa 26,5 Zentimetern möglich.


Inhaltsverzeichnis

  1. Corsair One Pro im Test
  2. Spezifikationen und erhältliche Optionen
  3. Prozessor-Performance
  4. Speicher-Performance
  5. Datenträger- Performance
  6. Gaming-Performance
  7. Leistungsaufnahme
  8. Temperaturen
  9. Lautstärke
  10. Fazit

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