Test: Plantronics Backbeat Pro 2 im Test

Bei hochwertigen Kopfhörern für den Alltag reicht nicht nur ein guter Sound. Features wie Noise Cancelling, Bluetooth und eine lange Akkulaufzeit sind hier mittlerweile ebenso wichtig. Plantronics schickt mit dem Backbeat Pro 2 sein aktuellstes Modell ins Rennen, welches all diese Funktionen mit einer eigenen Interpretation eines Top-Headsets unterbringt.


Plantronics gehört in unseren Breitengraden nicht zu den bekanntesten Audiospezialisten, weist seit der Gründung im Jahr 1961 aber eine lange Unternehmensgeschichte auf. Dazu gehört auch eine Partnerschaft mit der NASA, welche ihre damaligen Astronauten mit Plantronics-Headsets ausstattete. Heute bietet der Hersteller international eine breite Palette an Kopfhörern für Endkunden an.

Das silberne Backbeat Pro 2 Headset (vorne) im Vergleich zum Vorgänger (hinten)

Das Plantronics Backbeat Pro 2 gehört zu den Topmodellen und verspricht ein optimales Featureset für den Alltag. Wir haben das Modell einem Praxistest unterzogen und zeigen auch die Unterschiede zum Vorgänger auf. Das Backbeat Pro 2 ist zum Preis von rund 200 Euro erhältlich, zudem gibt es eine Spezialedition für 250 Euro, welche in einem exklusiven Silver-Design daher kommt. Technisch sind die beiden Modelle aber identisch.

Adäquates Zubehör und umfangreiches Feature-Set

Die Verpackung des Backbeat Pro 2 fällt gegenüber der des Vorgängers deutlich kleiner aus, beinhaltet in der Summe aber denselben Lieferumfang. Dazu gehören neben den Bedienheften ein microUSB-Kabel zum Aufladen, ein 3,5mm-Kabel und eine dünne Aufbewahrungstasche. Der silbenen Special Edition legt Plantronics statt einer Tasche ein gepolstertes Hardcase mit zwei Netzen für etwaiges Zubehör bei.

Gegenüber der ersten Version wurde das Gewicht und Volumen des Backbeat Pro 2 deutlich reduziert. Dementsprechend ist der Tragekomfort sehr gut, zudem sitzt das Headset sicherer auf dem Kopf. Zu den bekannten Funktionen gehört die Auto-Stopp-Funktion, welche die Musik austomatisch stoppt, sobald das Headset abgenommen wird. Das klappt in der Regel zuverlässig und ist äußerst praktisch. Umgekehrt kann der Nutzer auch Anrufe annehmen, indem er das Headset wieder aufsetzt oder aber den großen Button am rechten Ohrhörer betätigt. Voraussetzung hierfür ist logischerweise ein entsprechendes Smartphone. Das Backbeat Pro 2 unterstützt die Kopplung mit bis zu zwei Geräten via Bluetooth und soll laut Hersteller bis zu 24 Stunden kabellosen Musikgenuss erlauben.

Rechts befinden sich auch der On-Schalter und ein Mute-Knopf, mit dem das Mikrofon während eines Telefonats kurzzeitig ausgeschaltet werden kann. Daneben befindet sich noch der microUSB-Anschluss zum Aufladen sowie eine 3,5mm-Buchse. Mit letzterer kann das Backbeat Pro auch auf konventionellem Weg mit dem Abspielgerät verbunden werden, etwa wenn der Akku unterwegs zu Neige geht. Auf der linken Seite hinten findet sich ein wichtiger Schieberegler, mit dem das aktive Noise Cancelling ein- oder ausgeschaltet werden kann (untere Position). Anderseits kann damit auch der Open-Listening-Mode aktiviert werden (obere Position), mit dem die Musik kurzzeitig ausgeschaltet wird und Geräusche der Umgebung verstärkt werden. Damit kann man etwa wichtige Durchsagen anhören, ohne den Kopfhörer abnehmen zu müssen.

Zuletzt bietet der linke Ohrhörer auch grundlegende Funktionen wie das Einstellen der Lautstärke, das Stoppen der Musik und den Wechsel auf den vorherigen oder nächsten Song. Bei jedem Einschalten bekommt der Nutzer zudem den ungefähren Akkustand abgesagt, sobald er den Hörer aufsetzt. Eine exakte Prozentanzeige liefert die optionale App Plantronics Hub, die auch eine praktische Suchfunktion anbietet, falls man das Headset verlegt hat. Hierzu wird (sofern eine Bluetooth-Verbindung hergestellt ist) ein lautes Signal gesendet und abgespielt.

Starker Allrounder, mittelmäßiges Noise Cancelling

In der praktischen Anwendung überzeugt das Backbeat Pro 2 auf ganzer Linie, obwohl es beim Sound keine überragenden Ergebnisse erzielt. Obwohl des Headset mit 290 Gramm alles andere als ein Leichtgewicht ist, lässt es sich dennoch bequem tragen. Die Musikqualität ist grundsätzlich ausgewogen, die Mitten und der Bass je nach Geschmack allerdings etwas dünn, dafür meistert das Headset Tiefen wie auch Höhen sehr gut und entpuppt sich in Bezug auf die Wiedergabequalität als guter Allrounder. Gegenüber dem Vorgänger hat Plantronics subjektiv in jedem Bereich noch eine kleine Schippe drauf gelegt.

Ebenso überzeugend ist die Akkulaufzeit, welche bei gelegentlichem Hören ohne Probleme für mehrere Wochen ausreicht. Dank dem geläufigen MicroUSB-Anschluss kann das Headset notfalls auch unterwegs unproblematisch aufgeladen werden. In unserem Test reichte ein Anstecken des Kabels für ca. 5 Minuten für eine anschließende Wiedergabezeit von rund einer Stunde. Erwähnenswert ist zudem der praktische Standby-Modus: Wird das Headset eingeschaltet, aber nicht zur Musikwiedergabe genutzt, schaltet sich dieses nach kurzer Zeit in einen Halbschlaf-ähnlichen Zustand und hält so problemlos mehrere Monate durch. Theoretisch kann das Backbeat also immer eingeschaltet bleiben, was in unserem Praxistest auch hervorragend funktionierte. 

Als mittlerweile wichtiger Alltagshelfer bei Kopfhörern gilt die ANC-Funktion, sprich: das Active Noise Cancelling. Vor allem tiefe und raue Störgeräusche kann das Backbeat Pro 2 sehr gut herausfilten. An unser Vergleichsmuster in Form des Bose Quiete Comfort 35 kam das Plantronics-Headset allerdings nicht heran - dafür ist die Geräuschreduzierung im mittleren bis hohen Bereich schlicht zu schwach.

Grundsätzlich muss zudem angemerkt werden, dass die Noise-Cancelling-Funktion die Laufzeit erheblich beeinflusst. Wer möglichst lange mit einer Akkuladung auskommen möchte, sollte auf die aktive Geräuschreduzierung also besser verzichten. Zudem werden baubedingt Störgeräusche auch passiv zu einem gewissen Teil abgeschwächt. Die mit Abstand besten Ergebnisse lassen sich aber logischerweise nur mit aktivem Noise Cancelling erzielen. 

Bonuspunkt: Verbindungsqualität

Plantronics hebt bei der Vermarktung unter anderem die starke Bluetooth-Verbindung hervor, welche bis zu 100 Meter reichen soll. In unserem Test konnte das Backbeat Pro 2 dieses Versprechen auch einhalten. Selbst über zwei Stockwerke hinweg konnte die Musik ohne Aussetzer wiedergegeben werden. Erst bei einer Entfernung von drei Etagen im Einfamilienwohnhaus brach das Signal schließlich ab. Näherte man sich hingegen um ein Stockwerk, dann war die Bluetooth-Verbindung auf Anhieb wiederhergestellt.

Auf einem freien Feld kam das Backbeat bei einer optimalen Ausrichtung (rechter Ohrhörer zum Smartphone zeigend) auf rund 200 Meter, das Bose-Vergleichsmuster in Form des Bose Quiete Comfort 35 schaffte nur die Hälfte der Distanz bei gleichen Rahmenbedingungen. Die Ergebnisse gelten aber nur, wenn das Headset nicht bewegt wird. Einen optimalen Empfang mit den Backbeat-Kopfhörern - unabhängig von der Position des Trägers - hat man nur in einem Radius von etwa 20 Metern, beim Bose ist es rund die Hälfte. Als Verbindungsgerät diente bei unserem Versuch in beiden Fällen ein Samsung Galaxy S7.

Fazit

Einen Kopfhörer zu konstruieren, welcher möglichst alle Anforderungen eines Highend-Geräts erfüllt, ohne den preislichen Rahmen zu sprengen, ist alles andere als einfach. Plantronics kommt mit dem Backbeat Pro 2 aber äußerst nah an eine eierlegende Wollmilchsau heran. Im Vergleich mit der deutlich teureren Konkurrenz muss sich das Headset keinesfalls verstecken. Im Vergleich zum Vorgänger wurde zudem die größte Schwäche beseitigt, nämlich das klobige Design. Plantronics Topmodell ist so gesehen ein Geheimtipp und dürfte bei keiner Empfehlung fehlen, wenn ein solider Kopfhörer mit aktiver Rauschunterdrückung und einem üppigen Featureset gesucht wird.

Für das Backbeat Pro 2 spricht das überragende Preis-Leistungsverhältnis. Das Headset bietet einen guten Sound, ein annehmbares Noise Cancelling und praktische Bedienfunktionen, die man selbst in deutlich höherpreisigen Geräten nicht immer findet. Darüber hinaus überzeugen Akkulaufzeit und die Verbindungsqualität über Bluetooth. Das Design ist zwar nicht jedermanns Sache, jedoch ist das Gerät durchwegs hochwertig verarbeitet.

Gegen das Headset spricht die Tatsache, dass das Plantronics-Headset einen bestenfalls gute, aber eben nicht exzellente Musikqualität bietet. Auch im Gebiet Noise Cancelling gibt es bessere Geräte wie das Bose QC35 - aber auch zu entsprechend höheren Preisen.

Mit dem Backbeat Pro 2 hat Plantronics einen würdigen Nachfolger eines bereits sehr guten Headsets auf den Markt gebracht, welches aktuell für rund 200 Euro erhältlich ist und damit deutlich weniger kostet als Vergleichsmodelle mit ähnlichen Features. Aus diesem Grund vergeben wir die PC-Max Preis-Leistungsempfehlung. Die von uns gestetete Special Edition kostet rund 50 Euro mehr, ist aber abgesehen vom Design identisch zum Standard-Modell.

Kommentare

Noch keine Kommentare abgegeben. Sei der Erste und teile der Welt deine Meinung mit!

Zum Thread im Forum

Anzeige

Preisvergleich

Verwandte Themen