Feature: Kolumne: E3 2016 in der Übersicht

Auf PC-Max konnten sich Leser seit Jahren über regelmäßige News, Testberichte sowie Video-Beiträge erfreuen. Bislang versuchten wir unsere Inhalte so objektiv wie nur möglich zu halten. Im Rahmen dieses Ziels entstand jedoch immer wieder der Wunsch zur Abwechslung als Ich, nicht als Wir zu schreiben. Und deshalb präsentiere ich anlässlich der diesjährigen E3 die erste PC-Max-Kolumne. Nachfolgend habe ich die für mich wichtigsten Meldungen aufgegriffen und kommentiert. Da es sich hierbei um ein brandneues Format auf PC-Max handelt, ist die Leserschaft gerne dazu eingeladen, ihre Kritik in der Kommentar-Sektion zu hinterlassen.  


Vom 14. bis zum 16 Juni wurden die magischen Pforten der E3 in Los Angeles geöffnet. Während die amerikanische Gaming-Expo nur für Fachbesucher zugänglich ist und aus Seiten der Besucherzahlen der Gamescom komplett unterlegen ist, ist sie dennoch das Event, in der von Sony bis hin zu Microsoft ihre mächtigsten Geschütze ausfahren. Und so fand auch in diesem Jahr das Wettrennen um die Gunst von Zuschauer und Presse statt. 

Üblicherweise stehen Hardware-Enthüllungen nur alle paar Jahre an der Tagesordnung. Dieses Jahr brach Microsoft wie erwartet das Schema und präsentierte neben der Xbox One Slim auch Project Scorpio, welches die wohl stärkste Konsole auf dem Markt sein soll. Des Weiteren können User in Zukunft einen Controller von der Pike auf selbst gestalten, welches im Rahmen des Microsoft Design Lab ermöglicht wird. Die wohl größte Neuigkeit war die Abschaffung der Konsolenexklusivität. In Zukunft werden sämtliche Konsolen-Titel wie Gears of War 4 und Forza Horizon 3 auch für den PC erscheinen. Subjektiv betrachtet könnte dies der letzte Nagel im Sarg der Redmonder-Konsole sein, oder die langerhoffte Lösung gegen den japanischen Konkurrenten. Letzteres erscheint mir jedoch sehr unwahrscheinlich, da die Exklusiv-Titel eines der wenigen Kaufgründe darstellten. Zumindest steht der PC-Gemeinde vielversprechnde Eigenproduktionen zur Verfügung. 

Im Bereich Spiele wurde es für die Besitzer einer PlayStation am interessantesten. Unter anderem sorgte die Rückkehr von Hideo Kojima für Furore, welcher nach seiner unehrenhaften Entlassung nichts mehr von sich hören lies. Dieser scheint unter Sonys Fittiche gekommen zu sein und enthüllte in Folge dessen den PS4 Exklusivtitel namens Death Stranding, welcher den The Walking Dead Star - Norman Reedus als Protagonisten zeigte. Ebenfalls interessant war eine weitere exklusive Produktion namens Days Gone, welches den Spieler in die Rolle eines Bikers setzt, welcher sich inmitten einer von Zombies verseuchten Welt befindet. Auch hier können sich Konsoleros auf eine Triple-A Produktion alá Sony erwarten.

Die Enthüllung eines neuen Spiderman-Titels warf mich jedoch am meisten um: der Entwickler gab nicht nur bekannt, dass es sich beim Videomaterial um tatsächlichen Gameplay handelt, sondern auch, dass die Köpfer hinter der Produktion das amerikanische Entwicklerstudio namens Insomniac Games ist, welches für Meisterwerke wie Spyro und Ratchet & Clanc verantwortlichen waren. Somit könnte zur Ausnahme auch der Marvel-Held einen Auftritt haben, welcher nicht für jeden Spieler beschämend ist.

Das Highlight stellte jedoch das neue God of War 4, welches neben einen in die Jahre gekommenen Kratos auch ein frisches nordisches Setting präsentiert. Im Vergleich zu den Vorgängern scheint der spartanische Kriegsgott nicht nur reifer und erwachsener, er kümmert sich sogar um ein Kind. 

In das Rampenlicht darf sich auch Quantic Dreams DETROIT stellen, welches erneut mit einer Innovation daher kam. Jede auch noch so kleine Entscheidung könnte einen Einfluss auf die komplette Handlung haben. Allein ein Zögern könnte über Leben und Tod erscheinen. Zudem wurden sehr kontroverse Themen aufgegriffen, wodurch der exklusive Titel um so interessanter wird. 

Titel auf die ich mich ebenfalls sehr freue sind unter anderem Watch Dogs 2, welche endlich eine solide Parkour-Komponente erhalten hat. Auch mit For Honor konnte Ubisoft einen vielversprechenden Titel ins Rennen schicken, auch wenn die hauseigene Show alles andere als unterhaltsam war. Zu Ghost Recon konnte ich mir noch keine Meinung formen, da das Gameplay und die Optik zwar überdurchschnittlich gut aussahen, solche Spiele leiden jedoch in der Regel an dem schnellen Verfall des Spielspaßes. Ein Hands-On würde mehr Gewissheit bringen. Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss und dies wäre für mich das für die PS3 und PS4 entwickelte Persona 5, welches die Shin Megami Tensei-Serie nach nun fast einem ganzen Jahrzehnt fortsetzt. Der Vorgänger, Persona 4, wurde nicht nur ausgezeichnet bewertet, sondern endete erneut mit einem losen Handlungsstrang, welcher noch eine finale Erklärung verlangt. 

Es gab jedoch auch negative Highlights. An der Speerspitze ist da ganz klar Nintendo, welche auch dieses Jahr eine fragliche Show darboten. Während das neue The Legend of Zelda phänomenal aussah und definitiv in die Liste der absoluten must-haves ist, wurde der Rest der Veranstaltung nicht nur ganz klar in die Länge gezogen sondern zeigte zuerst Inhalte von den neuen Pokémon-Ablegern. Während auch diese Titel in der Regel Erfolgsrezepte sind, wurden nur einige der neuen Kreaturen sowie ein neues Kampfmodus vorgestellt. Gähnende Stimmung war nicht nur bei mir, sondern auch beim Publikum vor Ort zu vernehmen. Zum Glück wurde die Fortsetzung zum Abenteuer-Epos um den jungen Link enthüllt, sonst wäre 2016 ein weiteres Jahr, in der Nintendo – so wie auch die PC-After-Show – als überflüssig eingestuft worden wären. Wie erwartet wurde kaum ein Wort über die NX verloren, wodurch die Enthüllung auf der Tokyo Game Show statt finden könnte.

Die PC-Branche zog erneut den kürzesten Halm und darf sich nur über die Multiplattformer, sowie die kommenden Xbox One-Titel freuen. Als Gewinner ging für mich Sony aus dem Rennen, da diese nicht nur eine Vielzahl von Triple-A-Titel enthüllten, sondern auch deren Exklusivität für ihre Plattform sichern konnten. Mit Hideo Kojima, Insomniac, Quantic Dream, Guerrilla Games, Atlus und weiteren hochkarätigen Spieleschmieden wurde ein vielversprechendes Line-Up präsentiert. Auch Nintendo konnte trotz einer schwachen und ausgepolsterten Show mit dem neuen The Legend of Zelda einen Hype auslösen, den es so schon seit Jahren in dieser Form nicht mehr gab. 

Das war meine erste Kolumne für PC-Max. Natürlich habe ich eine Vielzahl von Titeln nicht erwähnt. Mir was es jedoch wichtig meine subjektiven Highlights zu kommentieren und vielleicht hitzige Debatten unter den Lesern zu schaffen. Da diese Rubrik brandneu ist, muss ich dieses Format noch weiter verbessern. In der Kommentar-Sektion könnt ihr gerne eure Meinung bezüglich der Thematik oder dem Format hinterlassen.

Kommentare

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Granit Bojku

Datum:
22.06.2016 | 12:49 Uhr
Rubrik:
Spiele
Tags:
E3 Kolumne L.A Los Angeles Microsoft PC Playstation Sony Subjektiv Xbox One

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