Test: Killing Floor 2 im Praxistest

Egal ob Bücher, Filme oder Spiele: Zombie-Settings sind heutzutage populärer denn je. Speziell die Gaming-Branche profitierte durch die Anwesenheit der lebenden Toten und den unzähligen Titeln. Aber nicht nur das Horror-Genre bediente sich an solchen Szenarien. Entwickler Tripwire Interactive ist nun mit der vollwertigen Version des Shooters Killing Floor 2 am Start und möchte damit die PC- und PS4-Plattform erobern.


Tripwire ist wohl für viele Gamer noch kein geläufiger Begriff. Dies soll sich jedoch mit dem erst kürtzlich präsentierten Killing Floor 2 ändern, welches im April als Early Access-Titel erschien und nach neun Monaten nun endlich das Debüt der Vollversion feiert. Es sind aber nicht nur die PC-Spieler, die sich über den First-Person Zombie-Shooter erfreuen, denn auch die Konsolen-Zocker aus dem PlayStation 4-Lager erhalten ihre ganz eigene Version. Mithilfe der Unreal Engine 3 soll die Untoten-Jagd auch optisch der Konkurrenz überlegen sein.

Die Geschichte - Der Horror geht auf Europa-Tour:

In der ersten Installation von Killing Floor brach ein Virus aus, welcher von der Firma „Horzine“ erschaffen wurde. Die Bio-Waffe erschafft mehr und mehr Klone, die auf den Namen „Zeds“ hören. Im Prinzip handelt es sich dabei um zombieartige Wesen, in denen nicht der Hauch von Gnade steckt. Nun breitet sich das Verderben rasant durch den gesamten Kontinent aus.

Selbst die Europäische Union ist durch die exponentielle Verbreitung paralysiert, was sich zum Beispiel in dem von Flammen und Terror verschluckten Paris wiederspiegelt. Während sich die wenigen Überlebenden verzweifelt verstecken, gibt es eine Gruppe von Soldaten und Söldnern, die sich mithilfe von privatfinanzierten Basen der steigenden Gegner-Flut entgegensetzt. Bis auf die jeweiligen Charakter-Biographien erhält der Spieler leider nicht mehr Einblick in die wichtigen Hauptrollen, da das Spielprinzip einfach nicht mehr hergibt. Selbst die Endgegner zum Schluss jedes Matches prügelt die üblichen Böse-Buben Zweizeiler heraus.

Der Hauptmodus „Survival“ – Alleine oder mit Freunden:

Im Vergleich zum vorherigen Test von Battlefield 1 werden wir auf eine separate Sektion für den Multiplayer verzichten. Denn ohne Zweifel ist der Survival-Modus oder zu deutsch, der Überlebensmodus, der maßgeblich gespielt wird. Der Modus lässt sich zwar auch Offline spielen, dieser ist dann jedoch nur für Solisten zugänglich. Tripwire hat das Rad gewiss nicht erfunden und auch nicht revolutioniert. Wie in vergleichbaren Titeln werden Spieler in jeder Runde mit mehr und mehr Gegnern konfrontiert. Unter diesen tummeln sich auch elitäre Bestien, welche weitaus mehr Strategie und Vorsicht voraussetzen als die breite Masse an „Trashmobs“.

Geld ist ein elementarer Bestandteil in Klling Floor 2 und kann sehr leicht verdient werden. Denn jeder besiegte Gegner bringt Moneten sowie Erfahrung äquivalent zur Stärke des Gegners. Die Ingame-Währung kann nach jeder abgeschlossenen Runde in dem freigeschalteten Pod ausgegeben werden. Essenzielle Items wie Panzerung, Munition und diverse Waffen stehen hier zur Wahl. Besonders gefällt uns, dass auch der sogenannte Mediziner das Waffensortiment der anderen Klassen verwenden kann, wobei jede Klasse ein für sich optimiertes Arsenal zur Verfügung hat. Als Freunde des Winchester-Gewehrs ist es eine mehr als willkommene Option!

Nach dem sich die Spieler-Gruppe durch sämtliche Wellen des Matches durchgekämpft haben, erscheint jeweils ein Endgegner. Diese hören auf die weniger zierlichen Namen wie etwa „Der Patriarch“. Selbst auf dem Schwierigkeitsgrad Normal konnte unsere zufällig zusammengewürfelte Gruppe nur mit äußerster Schwierigkeit den meist übermächtigen Feind besiegen. Es ist aber auch keine technische Problematik, wie es oft beim Dark Souls-Franchise der Fall war, sondern schlicht ein Teil des Gameplays. Wer also magazinleerend durch die Karte sprintet, wird auf Dauer bestraft werden. Denn sobald die Munition verbraucht ist, bleibt nur noch die Starter-Nahkampf-Waffe übrig, welche in der Regel ausgesprochen schwach ist und in zu viel eingenommenen Schaden resultiert. Und sobald der Charakter stirbt, kann dieser erst in der kommenden Runde erneut starten, sofern die Party überlebt.

Der VS Survival-Modus - Sei der Jäger oder der Gejagte:

Der sogenannte VS Survival-Modus suggeriert PVP-Elemente, also direkte Gefechte gegen andere Nutzer. Im Vergleich zur vorherigen Rubrik beteiligen sich hier bis zu 12 Spieler, welche in zwei Gruppen aufgeteilt werden. Die eine Seite spielt als Menschen, während die anderen als Zeds auftauchen. Um den Kampf gegen die Klon-Mutanten zu erschweren, werden zudem NPC-Monster erscheinen und die Zed-Spieler unterstützen. Das Gefecht wird dann genau fünf Runden dauern, bis die Positionen gewechselt werden.

Unreal Engine 3 – Solide Grafik mit solider Framerate:

Schon im April wurde über die Engine geredet, welche bei Killing Floor 2 zum Einsatz kommt. Ursprünglich sollte die Unreal Engine 3 gegen die aktuellere Version 4 ausgetauscht werden. Der Entwickler ruderte jedoch zurück, da das Team zu klein und speziell die grafische Entwicklung zu weit war, um die bereits erreichten Fortschritte über Bord zu werfen. War es ein Fehler? Nein. Die Grafik ist solide, auch wenn insbesondere in der Konsolen-Version eine leichte Staubschicht zu erkennen ist. Zumindest wird jedoch eine solide Framerate geboten, welche meist bei rund 60fps liegt. Im Großen und Ganzen sind auch die Areale in Ordnung, wobei die Katakomben die fadeste Spielwelt darstellen, während das brennende Paris die spektakulärste Arena für uns ist.

Das Fazit – eine gnadenlose Bewertung für ein gnadenloses Spiel:

Tripwire kann mit Killing Floor 2 definitiv eine interessante Alternative bieten, die momentan im Markt verfügbar sind. Es vereint simple, aber actiongeladene Gefechte mit verschiedenen Gegner-Varianten, welche ein solides Teamplay und eine durchdachte Ausrüstung voraussetzt. Die Bossgegner sind brutal und lassen nur wenig Spielraum für Fehler übrig. Es gibt über ein Dutzend Karten, viele verschiedene Spielerklassen sowie ein vielseitiges Waffenarsenal, in denen sich auch diverse Kuriositäten wie Schwerter und Sprengstoff vorfinden lassen.

Um eine nachvollziehbarere Meinung abgeben zu können, haben wir alle Vor- und Nachteile in ein Pro und Kontra zusammengefast. Auch möchten wir dazu anmerken, dass wir unsere primäre Testphase auf der PS4 absolviert haben und dementsprechend Gesichtspunkte wie Grafik und Umfang beurteilen werden.

Für Killing Floor 2 spricht das Preis/Leistungsverhältnis. Denn ab rund 30 Euro erhält der Käufer ein durchdachtes Spielkonzept - bestehend aus zwei Modi, die zusammen mindestens 100 Stunden Spaß ermöglichen. Des Weiteren konnte uns die Menge an Karten, Waffen und Klassen überzeugen, welche sehr viel Freiraum für individuelles Spielen ermöglicht. Für die PC-Version spricht zudem die Kompatibilität mit dem Steam Workshop, welches einen Fluss an kostenlosen Zusatzinhalten garantiert.

Gegen Killing Floor 2 spricht die aktuelle Auswahl von lediglich zwei Modi, die dem Spieler zur Verfügung stehen. Sie machen zwar ungemein Spaß. Nach einigen Dutzend an Spielstunden kann sich aber dennoch Langeweile breit machen, was auch die umfangreichen Maps und Ausrüstungs-Items nicht verhindern.

Wir geben Tripwires Killing Floor 2 eine klare Empfehlung für ein überzeugendes Gesamtpaket im Zombie-Genre, welches auch für Einsteiger eine Menge Spaß, aber auch etwas Frust bereithält. Selbst als Left4Dead-Veteranen konnten wir uns ertappen, wie wir in den Kreislauf des „Nur noch ein Match“ verfallen. Besonders die PC-Version wollen wir hervorheben, welche mit dem Steam-Workshop einen massiven Content-Bonus erhält. Womöglich überrascht uns hier aber auch Tripwire künftig mit kostenlosen Zusatzinhalten. Laut aktuellem Stand schlägt die PS4-Version mit 39,99 Euro zu Buche, während Steam-User nur 26,99 Euro für die normale, oder 36,99 Euro für die Delxue-Variante bezahlen müssen. 

 

Anmerkung der Redaktion: Wir wollen Tripwire als Studio ein großes Lob aussprechen. Im Gegensatz zu anderen Early Access-Titeln schaffte der Horror-Shooter nach sieben Monaten den Sprung zur Vollversion. Denn Titel wie DayZ zeigen, dass Early-Access-Produktionen oft auch nach Jahren der Arbeit nicht aus der Alpha-Phase hinauskommen und Fans auf einem unfertigen Konstrukt zurücklassen. Umso größer sollte der Support für all jene Entwickler sein, die ihre Versprechen zeitlich auch tatsächlich in die Tat umsetzen. 

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