AMD Vega: Alles über die kommende GPU-Architektur

AMD: Einst der härteste Konkurrent von Nvidia, hat leider bereits 2012 nach und nach den Anschluss verloren. „Die Grünen“ haben ab diesem Zeitpunkt bereits zwei mal die Architektur deutlich überarbeitet und konnten auch entsprechende Ergebnisse erzielen. AMD wollte mithalten, indem die „Graphics Core Next“ (GCN) Architektur nur angepasst und optimiert wurde. Dies soll sich mit der kommenden Vega-Generation ändern. Wird AMD wieder Konkurrenzfähig?

Mit seiner neuen Grafikkarten-Generation will AMD endlich wieder Marktanteile im PC-Markt sichern, welche bisher zum großen Teil bei Nvidia liegen. Helfen soll hier die Vega-Architektur, welche auf der CES 2017 genauer vorgestellt wurde. Betrachtet man hier zunächst das Herzstück in Form des DIE (auch "Nacktchip" genannt), fällt als erstes die doch recht große Bauweise auf. Mit schätzungsweise 520 bis 530mm² Fläche ist die GPU gute 10 bis 12 Prozent größer als beispielsweise das GP 102 Rechenwerk einer GTX Titan X (Pascal) mit seinen 471mm².

Nun könnte man argumentieren, dass Größe nicht alles ist. Stimmt. Doch auch das Innenleben wurde einer Kur unterzogen. Die Recheneinheiten („CU“) wurden überarbeitet und umbenannt. Die „Next Generation Compute Units“ können jetzt mehr Operationen pro Zyklus und mehr Zyklen pro Sekunde verarbeiten und wurden entsprechend für höhere Taktraten optimiert. Von AMD angegeben sind 512 8-Bit Operationen pro Zyklus, beziehungsweise 256 16-Bit oder 128 32Bit Operationen pro Zyklus. Was hinter der „konfigurierbaren“ Double Presicion Rate steckt, wird aber bislang noch geheim gehalten.


Doch was wäre die GPU ohne ihren Speicher ? Denn auch dieser erfreut sich einer Generalüberholung. Vega wird ausgerüstet mit HBM2 Speicher. Versehen mit „High-Bandwith-Cache“ und „High-Bandwith-Cache-Controller“ ähnelt die Architektur nun viel eher dem Cache-Speicher einer CPU als einem klassischem Grafikspeicher. Weshalb AMD auch darauf besteht, diesen als „High Bandwith Cache“ zu titulieren. Ebenso wie die Geschwindigkeit ist auch die Kapazität stark gestiegen. Im Vergleich zu HBM 1 kann nun ein „Stack“, also ein Speicherblock bis zu acht mal mehr Daten aufnehmen. Zudem ist HBM2 um bis zu 50 Prozent kleiner als der von Nvidia oft verwendete GDDR5 Speicher, was wesentlich kleinere Platinen ermöglicht. Dies kommt vor allem Mini-PCs und Notebooks zugute.


Zum Release wird Vega vermutlich noch nicht seine volle Rechenleistung entfalten können. Softwareseitig bekommt Vega eine neue Pixel-Engine, welche auf die Bezeichnung „Draw Stream Binning Rasterizer“ hört. Ebenfalls angepriesen als viel schneller und effizienter als der Vorgänger. Der Clou: Die Software erkennt sich überlappende Dreiecke und filtert von vornherein die nicht sichtbaren Bereiche aus. So müssen die Pixel, die sowieso überdeckt wären, gar nicht erst berechnet werden.


Einschätzung der Redaktion

Eines ist mit Sicherheit klar: AMD hat erkannt, dass etwas unternommen werden muss, um weiterhin konkurrenzfähig bleiben zu können. Das sieht man an Zen und Vega. Die Bemühungen und Innovationen sind auf jeden Fall da, keine Frage. Die Demonstration von „Doom“ in 4K auf dem hauseigenen Event „New Horizon“ (wir berichteten) hat sicherlich gezeigt, dass sich AMD auf einem guten Kurs befindet. Da aber noch keine festen Spezifikationen veröffentlicht wurden, lassen sich davon nur bedingt Rückschlüsse auf die finale Leistung ziehen.

Die größte Frage von allen ist leider auch noch offen: Was wird uns der Spaß kosten? Ein Fazit zur Leistung in Abhängigkeit vom Preis werden wir wohl erst ziehen können, wenn die entsprechende Produkte den Handel erreichen veröffentlicht wird. AMD gibt dafür das „erste Halbjahr“ 2017 an, in der Praxis dürfte dies aber eher auf "Ende Sommer 2017" hinauslaufen. Bis dahin müssen sich Interessierte nach wie vor gedulden.

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Ralf Neumann

Datum:
06.01.2017 | 18:16 Uhr
Rubrik:
Grafikkarten
Quelle:
WCCFtech
Tags:
AMD Architektur CU gpu GPU Architektur HBM 2 NCU nvidia Vega

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